Kanzlerin im Vatikan Angela Merkel schenkt Papst Franziskus Musik von Bach

Vatikanstadt · Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat bei einem Treffen mit Papst Franziskus im Vatikan die Themen der deutschen G7-Präsidentschaft vorgestellt. Mehrere davon seien auch für die katholische Kirche von besonderem Interesse, sagte Merkel nach der rund 40-minütigen Begegnung am Samstag.

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Papst Franziskus empfängt Angela Merkel

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Die Armutsbekämpfung, eine bessere globale Gesundheitsversorgung und die friedliche Lösung bewaffneter Konflikte habe Franziskus als die wichtigsten Themen der deutschen Agenda benannt, so die Kanzlerin. Ebenso wurden die Themen Menschenrechte und Religionsfreiheit in einigen Teilen der Welt angesprochen, wobei an die Bedeutung spiritueller Werte für den sozialen Zusammenhalt erinnert wurde, wie es in der Erklärung des Vatikan hieß.

Merkel erläuterte dem Papst auch die Arbeit der internationalen Impfallianz Gavi. Das Projekt der Stiftung von Microsoft-Gründer Bill Gates plant die Impfung von 300 Millionen Kindern in Afrika.
Deutschland unterstützt Gavi mit 600 Millionen Euro. Weitere Themen der Begegnung am Vormittag waren nach Angaben der Kanzlerin die Gleichberechtigung von Frauen, der Klimawandel und der Konflikt in der Ukraine. Das Gespräch mache der deutschen Seite Mut, "konkret und entschlossen nach Ergebnissen zu suchen und diese dann auch umzusetzen", sagte Merkel und bezeichnete die Begegnung mit Franziskus als "sehr bereichernd".

Als Geschenk hatte die Kanzlerin eine CD-Sammlung mit Werken des protestantischen Komponisten Johann Sebastian Bach (1685-1750) mitgebracht. Außerdem überbrachte sie eine Geldspende der Bundesregierung für syrische Flüchtlinge in Jordanien, die vom Päpstlichen Rat "Cor Unum" betreut werden. Die Höhe des Betrags blieb ungenannt. Dem Papst übergab Merkel auch ein Buch über das Impfprojekt Gavi.

Franziskus bedankte sich auf Deutsch. Er schenkte der Kanzlerin eine Medaille mit dem Bildnis des Heiligen Martin. Diese Medaille verschenke er gerne an Regierungschefs, so der Papst, weil der ausgebreitete Mantel des Heiligen diese an die Schutzfunktion für ihre Völker erinnere. Darauf sagte Merkel: "Wir werden versuchen, unser Bestes zu geben." Zudem überreichte Franziskus der Kanzlerin eine deutsche Ausgabe seines Apostolischen Schreibens "Evangelii gaudium".

Für Merkel, die während ihres Aufenthalts auch die Vatikanischen Museen besuchte, war es insgesamt die dritte Begegnung mit Papst Franziskus. Im Mai 2013 war sie erstmals von ihm zu einer Privataudienz im Vatikan empfangen worden. Im März 2013 hatte sie an der Messe zu seinem Amtsbeginn auf dem Petersplatz teilgenommen.

(KNA)
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