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Analyse zu Verkehrsaufkommen von Navigations-Firma: Staus werden länger

Analyse zum Verkehr von Navi-Spezialist : Pendler sitzen pro Jahr bis zu 4,5 Tage im Stau

Stop and Go - vor allem am Montagmorgen: In vielen Großstädten nehmen die Staus einer Analyse zufolge zu. Vor allem Pendler sind betroffen. Düsseldorf verschlechtert sich im Negativ-Ranking von Platz 17 auf 14.

Auch in Nordrhein-Westfalens Großstädten stehen Autofahrer immer länger im Stau. Das ist das Ergebnis einer Analyse des Kartierungsspezialisten TomTom. Mehr Einwohner bedeuten in in Köln oder Düsseldorf mehr Verkehr. In Düsseldorf machten sich zudem die Auswirkungen der Umweltspuren bemerkbar, mit denen Fahrverbote vermieden werden sollen. In Köln und Düsseldorf verlieren Pendler, die zu Spitzenzeiten unterwegs sind, nach Modellrechnungen summiert im Jahr etwa 4,5 Tage Zeit.

Für den „TomTom Traffic Index“ für das Jahr 2019 wertete das Unternehmen die Daten von Smartphones und fest verbauten Navigationssystemen für 416 Städte weltweit aus. Deutsche Stau-Hauptstadt war nach dieser Ananlyse wie im Vorjahr Hamburg (34 Prozent, plus 1 Prozentpunkt). Die Prozentzahl gibt darüber Auskunft, wie viel länger eine Fahrt als Folge des Staus dauert. Im Fall von Hamburg verlängrt sich die Fahrzeit im Tagesdurchschnitt um ein Drittel gegenüber einer Fahrt ohne Behinderungen. Im Berufsverkehr sind es in Hamburg morgens sogar 54 und abends 61 Prozent mehr.

In Nordrhein-Westfalen ist der Analyse zufolge das Problem in Bonn am größten: das Stau-Niveau von 29 Prozent im Tagesdurchschnitt (plus 2 Prozentpunkte) erhöht sich auf 52 Prozent morgens (plus 1) und abends - wie in Hamburg -auf 61 Prozent (plus 3). Das bedeutet unverändert den Platz 7 im Ranking. Köln verbessert sich in dem Negativ-Ranking gegenüber 2018 zwar von Platz 10 auf 11 - aber nur weil Kassel neu aufgenommen wurde und direkt Platz 8 belegte. Im Tagesdurchschnitt liegt das Stau-Niveau bei 26 Prozent (plus 1). Hoch ist die Verkehrsbelastung in Köln auch während der Rush Hour mit Werten von 44 Prozent (+/-0) morgens und 52 Prozent (plus 1) abends.

Düsseldorf verschlechterte sich in dem Negativ-Ranking von Platz 17 auf 14. Das Stau-Niveau im Tagesdurchschnitt stieg demnach um 3 Punkte auf 24 Prozent. Das ist der stärkste Anstieg im Pendlerland NRW. „Vor allem die Auswirkungen der neuen Umweltspuren machen sich hier bemerkbar”, so das Unternehmen. Ausweichrouten wiesen deutlich mehr Verkehr auf. Das Stau-Niveau lag demnach morgens im Durchschnitt bei 49 (plus 3) und abends bei 45 Prozent (plus 4).

Für eine Fahrt, die ohne Stau 30 Minuten dauert, müssten Autofahrer in Düsseldorf morgens 15 Minuten und abends 14 Minuten mehr einrechnen. In Köln benötigten Autofahrer morgens 13 Minuten und abends 16 Minuten mehr. Am Montagmorgen müssten Pendler im Raum Düsseldorf zwischen 7 und 8 Uhr mit den längsten Verzögerungen rechnen. Im Kölner Raum sind die Staus der Donnerstagnachmittag (16bis 17 Uhr) am schlimmsten. Am entspanntesten ist die Lage am Montagabend sowie Freitagmorgen.

Im westlichen Ruhrgebiet blieb das Niveau dem Navi-Spezialisten zufolge gleich: 23 Prozent oder Platz 17 im Ranking (Vorjahr 12. Platz). Mönchengladbach kommt mit 22 Prozent auf den 20. Platz, das sind zwei Punkte mehr als 2018. Münster und das östliche Ruhrgebiet folgen mit je 21 Prozent (je plus 1 Punkt) auf Platz 22 (20 im Jahr 2018) beziehungsweise 24 (19). Wuppertal kommt mit 17 Prozent Stau-Niveau (plus 1) auf den 26. Rang (2018: 25).

Verglichen mit internationalen Großstädten, stehen die Deutsche der Studie zufolge allerdings nicht sonderlich lange im Stau. Für Bangalore in Indien berechnete TomTom einen Wert von 98 Prozent für die morgendliche Rush Hour, abends war dort der Wert mit 115 Prozent noch schlechter. Auf dem europäischen Kontinent ist die Verkehrsbelastung in Moskau (59 Prozent) am schlimmsten, gefolgt von Istanbul, Kiew und Bukarest.

(juju/dpa)