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Buchvorstellung: Altkanzler Kohl lobt Franz Josef Jungs Buch

Buchvorstellung : Altkanzler Kohl lobt Franz Josef Jungs Buch

Wiesbaden (RPO). Der frühere Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) hat am Mittwochabend in Wiesbaden sein Buch über das Entstehen der deutschen Einheit vorgestellt. Alt-Kanzler Helmut Kohl (CDU) persönlich dankte Jung dafür, "dass er aus erster Hand beschrieben hat, wie es abgelaufen ist."

So lange solche Bücher erschienen, "können wir getrost in die Zukunft gucken", sagte der 80-Jährige, der seit einem Schlaganfall im Rollstuhl sitzt. Der heute 61-Jährige Jung war seit 1987 Generalsekretär der hessischen CDU und kurz vor dem Fall der Mauer aktiv an Gesprächen mit DDR-Oppositionellen beteiligt.

Verleger Manuel Herder lobte deshalb den heutigen Bundestagsabgeordneten als außergewöhnlichen Augenzeugen. Jungs Buch mit dem Titel "Die letzten Tage der Teilung - Wie die deutsche Einheit gelang" zeige die historischen Ereignisse aus nächster Nähe und zeige, "dass historische Momente erst einmal alltäglich sind."

Die Laudatio hatte eigentlich Ex-Ministerpräsident Roland Koch (CDU) halten sollen, der aber durch eine Bandscheibenoperation am Mittwoch verhindert war. Koch ließ aber bereits Grüße aus dem Krankenhaus ausrichten und die Nachricht, es gehe Koch schon wieder besser.

Statt Koch hielt der neue Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) die Laudatio. Er unterstrich, Jung habe in dem Prozess der Wiedervereinigung unter anderem als Initiator der "Allianz für Deutschland", einem Bündnis konservativer Parteien in der DDR, eine ganz wichtige Rolle gespielt.

Sein Buch sei wichtig, weil es genau das schmale Zeitfenster beschreibe, in dem die Einheit möglich gewesen sei. Jung mache zudem deutlich, dass die Wiedervereinigung "das Ergebnis zeitgeschichtlicher Umstände, mutiger und kluger Politik und das Wirken großer Staatsmänner und vieler Unbekannter, gerade in der DDR, war", sagte Bouffier.

Der heute 61-Jährige Jung war im September 2000 im Zuge der CDU-Schwarzgeld-Affäre von seinem Amt als Chef der hessischen Staatskanzlei zurückgetreten. In der großen Koalition in Berlin wurde Jung von November 2005 bis Oktober 2009 Verteidigungsminister und trat am 30. November 2009 nach nur 33 Tagen als Bundesarbeitsminister wegen der Kunduz-Affäre zurück.

(DDP)