Aktivisten verteilen gelbe Karten an Falschparker

Höhere Bußgelder gefordert : Aktivisten verteilen gelbe Karten an Falschparker

In Köln, Bonn und anderen Städten wollen Aktivisten in dieser Woche Denkzettel an falsch parkende Autofahrer verteilen. Sie wollen damit auf die Gefahren für Radfahrer und Fußgänger hinweisen und fordern höhere Bußgelder.

Am Montag haben Aktivisten eine bundesweite Aktion gegen Falschparker gestartet. Eine Woche lang wollen sie in Köln, Bonn, Berlin und anderen Städten gelbe Karten an Autofahrer verteilen, die auf Rad- oder Fußwegen stehen oder in zweiter Reihe parken. Im Vorfeld kündigten sie außerdem an, dass sie mit Sprühsahne die Fahrbahnmarkierung auf falsch parkenden Autos nachzeichnen wollen. Darüber hinaus veröffentlichten sie Fotos von Falschparkern auf Twitter.

Mit der Aktion wollen die Teilnehmer auf die Gefahren für Radfahrer und Fußgänger durch falsch parkende Autos hinweisen. Wenn jemand seinen Pkw auf dem Fahrradweg abstelle oder in zweiter Reihe parke, zwinge er Radfahrer, in den fließenden Verkehr auszuweichen. „Rücksichtsloses Falschparken stellt eine ernste Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer dar, das ist vielen Autofahrern nicht bewusst“, sagte Wasilis von Rauch, Bundesvorsitzender des Verkehrsclubs Deutschland (VCD). „Mit der Aktionswoche wollen wir mehr Bewusstsein für dieses Problem schaffen und politischen Druck erzeugen.“

Der VCD ist einer der Organisatoren der Aktionswoche, zusammen mit der Initiative Clevere Städte. Beide fordern höhere Bußgelder für Falschparker und mehr Kontrollen durch die Behörden. „Erst wenn es am Geldbeutel richtig weh tut, wenn 100 Euro oder mehr drohen, ändert sich das egoistische Verhalten einer Minderheit“, sagt Heinrich Strößenreuther, Geschäftsführer der Initiative Clevere Städte. In Düsseldorf droht einem Autofahrer, wenn er verbotenerweise in zweiter Reihe oder auf einem Radweg parkt, ein Bußgeld von 20 bis 35 Euro. Das teilte die NRW-Landeshauptstadt unserer Redaktion mit.

In Bad Schönborn in Baden-Württemberg wurde einem Falschparker allerdings ein Denkzettel verpasst, der ihm besonders wehtun dürfte: Nach Angaben der Polizei haute ein Unbekannter einen etwa 20 Zentimeter langen Nagel in die Motorhaube des Autos und befestigte daran den Hinweis: „Parke richtig“. Die Ermittler gehen davon aus, dass jemand ein Exempel statuieren wollte. Sie suchen nun Zeugen, die den Vorfall beobachtet haben. Der Schaden soll bei 100 Euro liegen. Mit der Aktionswoche dürfte der Fall aber nichts zu tun haben - er passierte bereits am Freitag.

(wer/dpa)
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