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AfD kritsiert neuen Duden wegen „ideologischer“ Begriffe.

Wegen „ideologischer“ Begriffe : AfD kritisiert neuen Duden

Die AfD kritisiert die kürzlich erschienene Neuauflage des Duden als „Ideologiehilfe zur Durchsetzung linker Politik". Auch der Verein Deutsche Sprache hat an dem neuen Rechtschreib-Duden etwas auszusetzten.

Mit 3000 neuen Wörtern aus dem deutschen Sprachgebrauch und insgesamt 148.000 Stichwörtern sei die 28. Auflage die umfangreichste, die es je gab, teilte die Redaktion in Berlin mit.

Der „Duden - Die deutsche Rechtschreibung" ist 1296 Seiten dick. Er enthält unter anderem neue Begriffe wie Fridays for Future, Mikroplastik, Gendersternchen, inklusiv, Shutdown oder Videobeweis. Aber auch Wörter wie Dachbegrünung, bienenfreundlich, genderneutral, Pflegeroboter, Reproduktionszahl oder Geisterspiel wurden erstmals aufgenommen und sollen die aktuelle Weiterentwicklung der deutschen Sprache dokumentieren. Die letzte Auflage stammte aus dem Jahr 2017. Trotz digitaler Versionen wurden davon 650.000 Exemplare verkauft.

Die AfD in Baden-Württemberg kritisierte die neue Ausgabe als „Ideologiehilfe zur Durchsetzung linker Politik". Neu aufgenommene Begriffe wie Alltagsrassismus, rechtsterroristisch oder Klimanotstand seien „ideologisch". „Kleine Gruppen" wie Aktivisten, Journalisten oder Politiker wollten der Mehrheit der Bürger verordnen, wie sie zu sprechen hätten, so der AfD-Landtagsfraktionsvorsitzende Bernd Gögel. Zugleich warf die AfD dem Duden vor, zu viele Anglizismen wie Fridays for Future oder Hatespeech aufgenommen zu haben.

Am Dienstag hatte der Verein Deutsche Sprache (VDS) die Duden-Hinweise zur geschlechtergerechten Sprache kritisiert. Der VDS-Vorsitzende Walter Krämer sagte, es müsse „endlich Schluss sein, dass Einzelne von oben herab entscheiden wollen, wie sich Sprache zu entwickeln hat". Der Duden lehne sich zu weit aus dem Fenster. „Viele Menschen nehmen das, was im Duden steht, für bare Münze und werden glauben, dass Gendersternchen und ähnliche Konstrukte echte Bestandteile der deutschen Sprache seien", so Krämer.

Die Duden-Redaktion betonte demgegenüber, es gehe lediglich um „Hinweise zum gendergerechten Sprachgebrauch" sowie um eine Beschreibung der Probleme und derzeitigen Lösungsvorschläge. Die Duden-Redaktion wolle und dürfe keine Regeln vorgeben. Auch der Deutsche Rechtschreiberat habe sich noch nicht darauf verständigt.

Hier geht es zur Bilderstrecke: 3000 neue Wörter im Duden

(ahar/kna)