Abgesagtes Länderspiel: Behörden sollen nun Namen von Verdächtigen vorliegen

Abgesagtes Länderspiel in Hannover: Behörden sollen nun Namen von Verdächtigen vorliegen

Nach einem Medienbericht ist mit der Absage des Länderspiels in Hannover ein "minutiös geplanter Terrorangriff" nur kurzfristig vereitelt worden. Die Sicherheitsbehörden suchten weiter nach den Verdächtigen, ihnen würden nun die Namen vorliegen.

Wie die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" unter Berufung auf Sicherheitskreise berichtete, übermittelte der französische Geheimdienst dem Verfassungsschutz auch Namen der Gruppenmitglieder, die einen Anschlag auf das Länderspiel geplant haben soll. Diese Namen seien den Sicherheitsbehörden bisher nicht bekannt gewesen. Nun werde nach den Personen gesucht, unter anderem durch die Beobachtung sogenannter Gefährder.

Dass in Hannover kein Sprengstoff gefunden worden sei, könne damit zusammenhängen, dass das Spiel so rechtzeitig abgesagt worden sei, dass die Gruppe ihre Anschläge verschoben habe, berichtete die Zeitung weiter. Die Gefahr eines Anschlags in Deutschland werde in den Sicherheitsbehörden weiter als hoch eingeschätzt. "Mehrere Terroristen, die in Frankreich zuschlugen, waren Einheimische, und mehrere waren Syrien-Rückkehrer. Beides trifft auch auf viele radikale Islamisten in Deutschland zu", zitierte die Zeitung einen hohen Sicherheitsbeamten.

Das ZDF berichtete hingegen unter Berufung auf Sicherheitskreise, dass es keine Hinweise gebe, dass eine Terrorzelle mit Anschlagsplänen tatsächlich existiere. Wahrscheinlich habe es sich um Fehlinformationen gehandelt, wie sie Nachrichtendienste fast wöchentlich bekämen, hieß es am Sonntagmorgen bei "heute.de".

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Das Länderspiel war am Dienstag wegen konkreter Hinweise auf einen Sprengstoffanschlag kurzfristig abgesagt worden. Der französische Geheimdienst hatte dem Verfassungsschutz Berichten zufolge mitgeteilt, dass Attentäter fünf Bomben in Hannover zünden wollten, drei davon im Stadion, eine an einer Bushaltestelle und eine an einem Bahnhof.

Seit Donnerstag ermittelt der Generalbundesanwalt nach der Absage des Fußball-Länderspiels Deutschland-Niederlande. In Hannover wurde bislang kein Sprengstoff gefunden – laut dem Zeitungsbericht möglicherweise wegen der rechtzeitigen Spielabsage, aufgrund derer die Gruppe ihre Anschläge verschoben habe.

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(das/dpa/AFP)