Statistik zum Jahresende: 5500 Menschen gelten als vermisst

Statistik zum Jahresende: 5500 Menschen gelten als vermisst

Zum Jahresende werden in Deutschland über 5500 Menschen als vermisst gelten. 1800 davon sind Kinder und Jugendliche. Meist sind es Mädchen, die verschwinden.

Anfang Dezember seien offiziell 5543 Personen vermisst worden, daran werde sich nicht viel ändern, sagte eine Sprecherin des Bundeskriminalamtes (BKA) auf dapd-Anfrage in Wiesbaden. Damit lag die Zahl im Vergleich zum Vorjahr etwa gleichauf. Von den Betroffenen waren 3592 männlich und 1951 weiblich.

In der Regel können etwa 50 Prozent der Vermisstenfälle nach Angaben des BKA in der ersten Woche nach dem Verschwinden der Person aufgeklärt werden. Innerhalb von vier Wochen werden sogar 80 Prozent aufgeklärt. Der Anteil der Personen, die länger als ein Jahr vermisst werden, liegt laut BKA bei etwa drei Prozent.

Rund 1800 Kinder gelten als vermisst

Unter den Vermissten sind rund 1800 Kinder und Jugendliche. Im Verlauf eines Jahres würden bei der Polizei rund 50.000 Jungen und Mädchen als vermisst gemeldet, sagte der Leiter und Mitbegründer der Initiative Vermisste Kinder, Carl Bruhns.

"Die meisten Kinder sind innerhalb weniger Stunden oder spätestens nach zwei Wochen wieder zu Hause", sagte Bruhns. Das betreffe 98 Prozent der vermisst gemeldeten Kinder und Jugendliche. Im Vergleich zum Vorjahr sei die Zahl derjenigen, die von zu Hause wegliefen und kurze Zeit später wieder auftauchten, um etwa zehn Prozent gestiegen.

Im Sommer laufen mehr Kinder weg

Vor allem in den Sommermonaten "haben wir verstärkt festgestellt, dass Jungen und Mädchen in Metropolen wie Berlin oder Frankfurt (von zu hause weg, Anm. d. R.) gehen", sagte Bruhns. Dabei machen Mädchen mit 80 Prozent den deutlich höheren Anteil der Vermisstenfälle aus. Die Hauptgründe dafür seien Probleme in der Familie, Schwierigkeiten in der Schule oder einfach Abenteuerlust.

Bei den Kindern und Jugendlichen die über einen längeren Zeitraum als vermisst gelten, sei nur sehr schwer zu sagen, was zu ihrem Verschwinden führt. Bruhns nannte den Fall der 14-jährigen Georgine Krüger. 2006 verschwand das Mädchen in Berlin auf dem Weg von der Bushaltestelle zu ihrem Elternhaus. "Auf 300 Metern verschwand das Mädchen spurlos", sagte Bruhns. In solchen Fällen könne über die Gründe "einfach nur spekuliert werden".

Hier geht es zur Bilderstrecke: Diese Kinder werden seit Jahren vermisst

(DAPD)