30. Jahrestag Gladbecker Geiseldrama: Armin Laschet besucht Grab von Silke Bischoff

30. Jahrestag Gladbecker Geiseldrama : Armin Laschet besucht Grab von Silke Bischoff

Das Gladbecker Geiseldrama hielt Deutschland im Jahr 1988 tagelang in Atem. Drei Menschen verloren damals ihr Leben, darunter die 18-jährige Silke Bischoff. 30 Jahre später besuchen Politiker ihr Grab.

Mit Kranzniederlegungen gedenken NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) und Bremens Regierungschef Carsten Sieling (SPD) am Donnerstag der Opfer des Gladbecker Geiseldramas. Dabei kamen vor 30 Jahren drei Menschen ums Leben. Gemeinsam mit einer Ministerin der niedersächsischen Landesregierung besuchen sie das Grab von Silke Bischoff auf dem Friedhof Heiligenrode in Stuhr bei Bremen. Die 18-jährige Bischoff wurde damals von einem der Geiselnehmer erschossen.

Am 16. August 1988 hatten Dieter Degowski und Hans-Jürgen Rösner in Gladbeck eine Bankfiliale überfallen und Geiseln genommen. Anschließend flohen sie quer durch Deutschland - live verfolgt von Fernsehen und Radio. In Bremen kaperten sie einen Tag später einen Linienbus im Stadtteil Huckelriede mit 32 Passagieren.

Zwei der Businsassen wurden von den Geiselnehmern getötet. Der 15-jährige Italiener Emanuele de Georgi wurde von Degoswki im Bus erschossen, Bischoff später von Rösner bei einer Polizeiaktion auf der Autobahn 3 bei Bad Honnef am 18. August. Dabei wurde die Geiselnahme beendet. Das dritte Opfer war ein Bremer Polizeibeamter, der bei dem Einsatz bei einem Verkehrsunfall starb.

Wie die Medien mit dem Geiseldrama umgegangen sind, haben Rainer Leurs und Henning Bulka bereits im März im Podcast diskutiert:

In Bremen soll noch in diesem Jahr in Absprache mit den Angehörigen und dem Ortsbeirat Huckelriede über einen Erinnerungsort in der Nähe des Busbahnhofes entschieden werden. Es gibt zwei Vorschläge, die aber noch offen sind. Es solle aber eher „schlicht und puristisch“ werden, hieß es. Es gab mehrere Gespräche mit den Angehörigen, bei denen das schreckliche Ereignis auch nach 30 Jahren noch sehr präsent sei.

In Süditalien wird am Freitag auf dem Friedhof der Stadt Surbo ein Kranz für Emanuele de Georgi niedergelegt. Bremens Bürgermeister Sieling bat die deutsche Botschaft in Italien um Mithilfe und schickte ein Kondolenzschreiben an die Familie. In dieser Woche bat Laschet die Angehörigen der drei Todesopfer und die weiteren Opfer um Vergebung. „Es ist die oberste Pflicht des Staates, seine Bürger zu schützen. Dies ist ihm in Gladbeck und in den Stunden danach unter dramatischen Umständen nicht gelungen“, hatte er der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ gesagt.

(mba/dpa)
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