"Das Dorf" am Sonntagabend: Der seltsamste Tatort aller Zeiten

"Das Dorf" am Sonntagabend: Der seltsamste Tatort aller Zeiten

Ulrich Tukur hat seinen Fans eine besonderen "Tatort"-Ermittler und ungewöhnliche Filme versprochen. Spätestens seit seinem zweiten Fall "Das Dorf" wird deutlich: Der Schauspieler meinte es ernst. Was man halt so unter Ernst versteht.

Ein Dorf wie aus einem Edgar-Wallace-Streifen. Die Kessler-Zwilinge, die alle vier Beine gleichzeitig in die Luft werfen. Ein Kommissar, der mit seinem Hirntumor als Haselnuss tanzt.

Eine boshafte Ärztin (glänzend: Claudia Michelsen), die dem Patienten fröhlich zur Schönheit seines Krebsgeschwürs gratuliert. Mittendrin Ulrich Tukur, der im Frack und am Flügel brilliert.

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Mal Klamotte, mal Revue, mal Kabarett, mal Musical, mal Geisterbahn. Mal "The Big Lebowsky" im Drogenrausch, mal "The Cell" ohne Jennifer Lopez. Die eigentliche Krimihandlung drehte sich ums Thema illegale Organspende, was in der irritierenden Bilderflut völlig unterging.

Was das nun gut oder schlecht? Genial oder daneben? Seltsam war es, soviel ist mal sicher. Der Hauptdarsteller dürfte seine Freude daran haben. Die letzten Worte in der letzten Szene waren vielleicht das Motto des Films: "Ach, Quatsch! Zum Wohle!", grinste Ulrich Tukur. So viel zum Thema: ernst gemeint.

(csi)
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