1. Panorama

Der Planet Saturn kommt der Erde im August 2022 besonders nah

Sonne, Mond und Sterne : Im August ist der Saturn besonders gut zu sehen

Der Saturn kommt der Erde im August relativ nahe - eine gute Chance, ihn zu beobachten. Und natürlich bietet der Sternschnuppenmonat auch wieder ein hübsches Himmelsschauspiel.

Zu Beginn des Monats August zeigt sich die Sichel des zunehmenden Mondes bereits in der Abenddämmerung. Dabei kann man noch die Erscheinung des aschgrauen Mondlichtes beobachten. Die Mondsichel reflektiert das Sonnenlicht. Doch auch der nicht von der Sonne beleuchtete Teil des Mondes ist nicht absolut dunkel, sondern schimmert fahl. Es ist das reflektierte Erdlicht. Denn um die Neumondzeit erscheint die Erde vom Mond aus gesehen fast voll beleuchtet. Für Astronauten auf dem Mond würde sich die Phase Vollerde zeigen.

Von Tag zu Tag wird die Mondsichel dicker, bis sich der Mond schließlich am 5. halb beleuchtet zeigt. Vollmond tritt am 12. um 3.36 Uhr ein. Nur knapp zwei Tage vorher kommt der Mond in Erdnähe, wobei ihn nur 359 828 Kilometer von uns trennen, während er am 22. in Erdferne 405 418 Kilometer entfernt bleibt.

Ein wenig nördlich, also oberhalb des Vollmonds strahlt Saturn, der am 14. der Sonne genau gegenüber steht. Wie auch der Vollmond ist Saturn die ganze Nacht über zu sehen. Beide Gestirne gehen im Osten auf, wenn im Westen die Sonne unter dem Horizont versinkt, erreichen um Mitternacht ihre höchste Position im Süden und gehen morgens im Westen unter. Da Mond und Saturn von der Erde aus gesehen der Sonne gegenüberstehen, spricht man von Oppositionsstellung oder kurz von Opposition zur Sonne.

Jetzt ist es besonders günstig, den Ringplaneten zu beobachten, denn er ist „nur“ 1325 Millionen Kilometer von der Erde entfernt. Dies entspricht fast dem Neunfachen der Distanz Erde – Sonne. Das Licht legt diese Strecke in einer Stunde und 14 Minuten zurück. Saturn ist der zweitgrößte Planet in unserem Sonnensystem. Sein Durchmesser ist zehn Mal größer als der des Erdglobus. Infolge seiner schnellen Rotation ist der Saturn stark abgeplattet. Ein Saturntag dauert nur zehneinhalb Stunden.

Das prächtige Ringsystem des Saturns ist mit freien Augen nicht zu sehen. Erst nach Erfindung des Teleskops zu Beginn des 17. Jahrhunderts wurde es entdeckt. Wer noch nie den Saturnring mit eigenen Augen gesehen hat, für den ist jetzt die Gelegenheit günstig, das Ringsystem zu beobachten. Man benötigt dazu ein Fernrohr mit mindestens dreißigfacher Vergrößerung. Auch der Besuch auf einer Sternwarte lohnt sich, um den Saturnring zu sehen.

Aufnahmen von Raumsonden lassen erkennen, dass der Saturnring sich aus Hunderten einzelner Ringe zusammensetzt. Er besteht aus Abermilliarden Eisbrocken von Staubkörnchengröße bis hausgroßen Blöcken, die um die Saturnkugel kreisen. Teilweise regnen die Eisteilchen auf die Saturnoberfläche herab. In rund 100 Millionen Jahren wird es keinen Saturnring mehr geben.

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Saturn ist der sonnenfernste Planet, der noch einwandfrei mit bloßen Augen zu sehen ist. Knapp dreißig Jahre ist der Ringplanet unterwegs, um einmal die Sonne zu umrunden. Selten werden Menschen älter als drei Saturnjahre. Titan, der größte Mond des Saturns, ist schon in einem Fernglas zu erkennen.

Nach der Vollmondphase wechselt unser Mond in die zweite Nachthälfte. Vergeblich wird man am Abendhimmel nach ihm Ausschau halten. Einen Tag nach Vollmond begegnet der Erdtrabant dem Riesenplaneten Jupiter. Jupiter wird allmählich zum Planeten der ganzen Nacht und zieht mit seinem Glanz die Blicke auf sich. Bevor Venus am Morgenhimmel auftaucht, ist Jupiter das hellste Gestirn am Nachthimmel – vom Mond abgesehen natürlich.

Am 19. begegnet der abnehmende Mond unserem rötlichgelben Nachbarplaneten Mars, der ebenfalls in der zweiten Nachthälfte am Firmament vertreten ist. Die Marshelligkeit nimmt im August kräftig zu. Am Monatsende geht Mars bereits eine Viertelstunde nach 23 Uhr auf. Am 27. tritt schließlich um 10.17 Uhr die Neumondphase ein.

Der August ist weithin als Sternschnuppenmonat bekannt. Seinen Ruf verdankt er dem Meteorstrom der Perseïden, dessen maximale Tätigkeit vom 9. bis 13. August zu erwarten ist. Helle Meteore, sogenannte Boliden oder Feuerkugeln sind keine Seltenheit. Der Höhepunkt der Sternschnuppenaktivität ist in der Nacht vom 12. auf 13. vorausgesagt, wobei mit bis zu hundert Sternschnuppen zu rechnen ist. In diesem Jahr stört allerdings helles Mondlicht die Beobachtungen. Die beste Beobachtungszeit sind die Stunden von 23 bis 4 Uhr morgens.
Die Meteore des Perseïdenstromes sind schnelle Objekte. Sie dringen mit rund 60 Kilometer pro Sekunde, dies entspricht 216 000 Kilometer pro Stunde, in die Erdatmosphäre ein. Grund für die Perseïden ist eine Wolke von Trümmerteilchen des Kometen 109P/Swift-Tuttle, der die Erde jedes Jahr auf ihrer Umlaufbahn um die Sonne begegnet.

Das schimmernde Band der sommerlichen Milchstraße zieht sich hoch über das Firmament. Um es zu sehen, benötigt man einen dunklen Nachthimmel. Das zart leuchtende Milchstraßenband aus Abertausenden glitzernden Sternen ist ein Naturphänomen, das man in unserer Zeit nur selten zu Gesicht bekommt.

Das Sommerdreieck steht nun zur abendlichen Beobachtungsstunde hoch im Süden. Fast im Zenit steht Wega in der Leier. Neben der Leier breitet der Schwan seine Flügel aus. Markiert wird er durch ein großes Sternenkreuz, bekannt als Kreuz des Nordens. Sein Hauptstern heißt Deneb. Der dritte Stern des Sommerdreiecks ist Atair im Adler, mit 16 Lichtjahren Entfernung ein Nachbarstern unserer Sonne. Ein wenig östlich vom Schwan stößt man auf das kleine aber gut erkennbare Bild des Delfins. Am Osthimmel steigt das Pegasusquadrat langsam hoch. Der Pegasus ist das Leitsternbild des Herbsthimmels. Im Nordosten gewinnt die Kassiopeia, das Himmels-W, langsam an Höhe.

Die Sonne wandert entlang dem absteigenden Ast ihrer Jahresbahn. Am 11. verlässt sie morgens das Sternbild Krebs und wechselt in den Löwen. Am gleichen Tag tritt sie frühmorgens in das Tierkreiszeichen Jungfrau. Die Mittagshöhe der Sonne nimmt um etwas mehr als neun Grad ab, die Tageslänge schrumpft in 50 Grad Nord um eine Stunde und 51 Minuten.

(jmb/dpa)