Der Missbrauchsfall von Lügde hat ein Geschmäckle

Pannen bei der Polizei: Der Fall Lügde hat ein Geschmäckle

Die Lehrbücher in den Polizeihochschulen werden in Zukunft vermutlich um ein großes Kapitel erweitert werden. Wenn der Polizeiskandal im Missbrauchsfall Lügde nicht sogar Stoff hergibt für ein eigenes Buch, allerdings kein schönes. Ein Lehrbeispiel für miserable Ermittlungsarbeit ist der Fall allemal.

In den Ermittlungen ist nicht nur schiefgelaufen, was schieflaufen konnte. Das hätte man ja noch unter der Kategorie Pleiten, Pech und Pannen verbuchen können – was allein schon schlimm genug gewesen wäre. Das wirklich Schlimme ist, dass in einem so sensiblen Fall, in dem es um jahrelangen systematischen Kindesmissbrauch geht, derart geschlampt worden ist bei der Polizei, dass einem schlecht werden kann. Es verschwindet Beweismaterial spurlos, der Tatort wird nicht richtig durchsucht und abgesperrt, und es gibt einen leitenden Beamten, der in Verdacht steht, schon einmal Beweismaterial bei einer Sexualstraftat beiseitegeschafft zu haben. Und das sind nur drei Beispiele. Es steht zu befürchten, dass in dem Fall noch mehr ans Tageslicht kommt. Innerhalb der Polizei betet man insgeheim schon, dass kein Polizist in den Missbrauchsskandal verstrickt ist. Ein Geschmäckle hat die Sache aber schon jetzt.

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