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Verwechslung möglich: Daum hofft auf mildes Gerichtsurteil

Verwechslung möglich : Daum hofft auf mildes Gerichtsurteil

Hamburg (rpo). Skandal-Coach Christoph Daum hofft auf ein mildes Gerichtsurteil. Anlass dazu bietet die mögliche Verwechslung seiner Haarprobe.

Harsche Kritik äußerte Daum an Professor Herbert Käferstein vom Rechtswissenschaftlichen Institut der Universität Köln. Der Mediziner hatte am Donnerstag erklärt, dass die von ihm analysierten Haare nicht zwangsläufug von Daum stammen müssten, eine Verwechslung innerhalb seines Instituts jedoch ausgeschlossen.

"Nach all den Vorkommnissen der vergangenen 15 Prozesstage werde ich keinen Freispruch kriegen, den ich mir eigentlich aus meinem Rechtsverständnis immer vorgestellt habe. Aber es wird wahrscheinlich zu einem Ergebnis kommen, das einem Freispruch nahe kommt", erklärte der 48-Jährige der Tageszeitung "Die Welt". Eine Erklärung, wie es zu der möglichen Verwechslung seiner Haar-Probe gekommen sein könnte, hat Daum jedoch auch nicht.

"Mir geht es darum, dass Herr Käferstein einen wahnsinnig hohen Kokain-Wert veröffentlicht und mir diesen zugeordnet hat. Das ist unglaublich, er hat doch eine gewisse Sorgfaltspflicht", kritisierte der Trainer des türkischen Erstligisten Besiktas Istanbul.

Den Glauben an seine vollständige Rehabilitierung hat Daum, der sich zuletzt als Coach beim Bundesligisten 1. FC Köln ins Gespräch gebracht hatte, verloren. "18 Monate Hinrichtung, Vierteilung plus Teeren und Federn" hätten ihn desillusioniert. Ihm würde es genügen, wenn die Menschen erkannten, dass er kein so schlechter Mensch sei. Für ihn wäre es eine Genugtuung, wenn seine Kinder sagen könnten: "Siehste, der Papa war gar nicht dieser durchgeknallte Junkie."

(RPO Archiv)