Dan Kelly wurde 72 Jahre alt: Vater der Kelly Family ist 2002 gestorben

Dan Kelly wurde 72 Jahre alt: Das Familienoberhaupt der Kelly Family ist tot

Das Familienoberhaupt der Kelly Family, Dan Kelly, ist tot. Der 72-Jährige ist am Montagabend im Kreise seiner Familie friedlich eingeschlafen, teilte die Firma kick.promotion am Dienstagabend mit. Die Management-Agentur bestätigte damit einen entsprechenden Zeitungsbericht.

Der Verstorbene werde in seiner Heimat Irland beigesetzt, teilte die Agentur mit. Die Kelly Family befand sich bereits seit einigen Monaten in Sorge um ihr Familienoberhaupt. Medienberichten zufolge erlitt Dan Kelly nach einer Gehirnblutung vor einigen Monaten einen dritten Schlaganfall.

Dem "Express" zufolge bekam Dan Kelly seinen ersten Schlaganfall schon 1990, als er mit seinen Kindern noch auf dem Hausboot "Sean O'Kelly" im Köln-Mülheimer Hafen lebte. Danach sei er halbseitig gelähmt gewesen und habe vorübergehend nicht sprechen können. Den zweiten, leichteren Schlaganfall erlitt Kelly im Oktober 1999, wie die Zeitung berichtete. Im Dezember vergangenen Jahres seien dann Blutungen im Kleinhirn dazugekommen, Kelly musste auf die Intensivstation, anschließend zur Rehabilitation. Der 72-Jährige konnte weder laufen noch sprechen.

Seine Familie holte ihn nach Hause, und war bei ihm, als er starb, berichtet die Zeitung. Sohn Joey Kelly sagte am Wochenende in einem Interview: "Es wäre einfacher und billiger, wenn wir ihn in eine Reha-Klinik schicken würden. Aber das hat er nicht verdient. Er hat sich um uns gekümmert, jetzt sorgen wir uns um ihn."

Als Gründer und Oberhaupt der Kelly Family hat Dan Kelly die singende Großfamilie zu einer Erfolgsband mit Millionenumsätzen gemacht. Dabei hielt "Papa Dan" die Zügel bis zuletzt fest in der Hand. Dan Kelly hatte mit seiner Frau Barbara und seinen zwölf Kindern eine rund 20 Jahre dauernde Odyssee quer durch Europa hinter sich gebracht, bevor sich der große Erfolg vor allem in Deutschland einstellte.

In den 90er Jahren schaffte die Kelly Family mit ihren Balladen, Folk-Songs, Schlagern und Pop-Stücken Dauerplatzierungen in den Charts und verkaufte ihre Alben millionenfach in Europa. Die Fangemeinde wuchs und wuchs. 1988 war die irisch-amerikanisch stämmige Großfamilie, die trotz unmodischen Outfits mit langen Gewändern und Zottelmähne vor allem junge Fans begeistert, in Köln auf einem Hausboot sesshaft geworden.

Credo: Dem Überfluss des Konsums wiederstehen

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Zehn Jahre später zog die Kelly Family "standesgemäß" ins nahe gelegene Schloss Gymnich um, das sie für 6,7 Millionen Euro (13,1 Millionen Mark) erstanden hatte. Vater Dan mit seinem Rauschebart und im wallenden Gewand soll trotzdem bei seinem Credo geblieben sein, dem Überfluss der Konsumgesellschaft zu widerstehen. In Medienberichten wurde er oft als "Patriarch", "Tyrann" oder gar "Diktator" kritisiert, der seinen Kindern nur ein Taschengeld zuteile und sie von der Öffentlichkeit stets abgeschirmt habe.

Er produzierte alle Platten gemeinsam mit Tochter Kathy, die als musikalischer Kopf der Band gilt. Die langhaarigen Musiker haben vieles von ihrem Vater gelernt. Das Singen und Spielen verschiedener Instrumente brachte ihnen der frühere Gymnasiallehrer ebenso bei wie Rechnen, Schreiben und Lesen. Denn vom stressigen Schulbesuch hielt Vater Dan nicht viel. Alljährlich mussten die jungen Kellys zur Kontrolle allerdings einen Test an einer internationalen Schule ablegen.

In Köln sorgte die Schulpflicht des jüngsten Kelly-Sohns Angelo für Schlagzeilen. Ebenso gab es öffentliche Verwirrung um angeblich von der Band einbehaltene Spenden bei einem Konzert zu Gunsten der Aids-Hilfe. Den Erfolg der Kellys trübte das aber keineswegs. So verkaufte sich etwa das Album "Almost Heaven" drei Millionen Mal in Europa, das Durchbruch-Album "Over The Hump" mehr als vier Millionen Mal.

Mitte der 60er Jahre hatte Dan Kelly beschlossen, mit seiner Frau und seinen ersten Kindern das nach seiner Meinung kulturlose Amerika zu verlassen, um in Spanien als Selbstversorger in einem ärmlichen Haus zu leben. 1974 begann das Wanderleben, das die Kelly Family auch nach Frankreich, Österreich, Italien, Holland und in die Schweiz führte. Sie sangen in Parks und Fußgängerzonen, tanzten und verkauften selbstproduzierte Kassetten. Dans Frau starb nach der Geburt des zwölften Kindes 1982 an Krebs.

Neun der zwölf Kinder zogen mit ihrem Vater später nach Deutschland. Anfang 2002 hatten die Kellys ihren gemeinsamen Wohnsitz in dem 23 Hektar großen Schloss-Anwesen bei Köln aufgeben. "Mittlerweile haben etliche von uns eine Familie gegründet, da ist es doch ganz normal, dass jeder in seinen eigenen vier Wänden lebt", hatte Joey Kelly damals erklärt. Musikalisch sollte es aber mit unveränderten Elan weiter gehen.

(RPO Archiv)
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