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WHO - Auch der Kampf gegen Malaria leidet unter der Corona-Pandemie

Laut Weltgesundheitsorganisation : Auch der Kampf gegen Malaria leidet unter Corona

Die Zahl der Todesfälle nahm im vergangenen Jahr um 69.000 auf 627.000 zu. Etwa zwei Drittel davon hingen mit Störungen bei der Versorgung mit Vorsorgemitteln, Diagnostik und Medikamenten wegen der Pandemie zusammen.

Die Corona-Pandemie hat dem Kampf gegen Malaria einen Rückschlag versetzt. Im vergangenen Jahr habe es weltweit 241 Millionen Malariafälle geben, teilte die Weltgesundheitsorganisation WHO am Montag mit. Das seien 14 Millionen mehr als im Jahr zuvor gewesen. Die Zahl der Todesfälle nahm um 69.000 auf 627.000 zu. Etwa zwei Drittel dieser zusätzlichen Todesfälle, nämlich 47.000, hingen mit Störungen bei der Versorgung mit Vorsorgemitteln, Diagnostik und Medikamenten wegen der Pandemie zusammen.

Mindestens 95 Prozent der Malariafälle seien in afrikanischen Staaten südlich der Sahara verzeichnet worden, erklärte die WHO. Insgesamt sei der schlimmste denkbare Fall vermieden worden, sagte WHO-Malaria-Direktor Pedro Alonso. „Das Weltuntergangsszenario ist nicht eingetreten“, fügte er hinzu.

In den vergangenen 15 Jahren habe die WHO ein Dutzend Staaten für malaria-frei erklärt. Doch der Fortschritt stocke. In den elf am stärksten betroffenen Staaten seien die jährlichen Malariafälle zwischen 2015 und 2020 um 13 Millionen auf 163 Millionen gestiegen. Die Zahl der jährlichen Todesfälle stieg dort um mehr als 54.000 auf fast 445.000 im vergangenen Jahr. Wie sich das Jahr 2021 auswirken werde, lasse sich noch nicht sagen, räumte Alonso ein. „Wie sich die Dinge in den kommenden Wochen und Monaten entwickeln werden, wage ich zu diesem Zeitpunkt nicht zu sagen“, sagte er.

(mcv/dpa)