AfD, Corona-Demos und der Staat Warum wir nicht leichtfertig von Faschismus reden sollten

In Krisenzeiten, auch jetzt bei den Protesten gegen die Corona-Einschränkungen, fällt schnell das böse F-Wort. Aber was ist Faschismus? Wo kommt er her? Und was folgt daraus? Aktuell Umstrittenes mit Mussolini und Hitler über einen Leisten zu schlagen, ist jedenfalls nicht hilfreich.

 Italiens Diktator Benito Mussolini vor einer Statue des römischen Kaisers Augustus, aus einem Film von 1941.

Italiens Diktator Benito Mussolini vor einer Statue des römischen Kaisers Augustus, aus einem Film von 1941.

Foto: picture alliance / Everett Colle/Foto: Courtesy Everett Collection

Er ist wieder da. Der Faschismus ist wieder da, jetzt, in der Krise. Beispiel Corona: Es dauerte nicht lange, da fiel in der Debatte um die Einschränkungen des Alltagslebens das böse F-Wort. Der Göttinger Staatsrechtler Hans Michael Heinig warnte vor dem Abgleiten in einen „faschistoid-hysterischen Hygienestaat“. Vom „Corona-Faschismus“ ist in Online-Foren die Rede, und auch auf den Protesten der letzten Wochen fiel das Wort. Umgekehrt geht es allerdings ebenfalls: So sieht etwa die österreichische Politikwissenschaftlerin Natascha Strobl bei den Corona-Demos Schnittmengen mit einem faschistischen Weltbild.