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Vor Corona-MPK: Kekulé sieht Pläne skeptisch - Jens Spahn verteidigt sie

Vor Bund-Länder-Beratungen : Kekulé sieht Corona-Pläne skeptisch - Spahn verteidigt sie

Der Virologe Alexander Kekulé hält die vom Kanzleramt geplanten neuen Corona-Maßnahmen für wenig sinnvoll - die Probleme gebe es vor allem im privaten Bereich. Gesundheitsminsiter Jens Spahn verteidigte die geplanten Einschränkungen mit Verweis auf Europas Nachbarländer.

Die Schließung von Restaurants etwa sei nicht sinnvoll, sagte Kekulé am Mittwoch im Mitteldeutschen Rundfunk. Sinnvoller als ein eingeschränkter sogenannter Lockdown sei es, bei Verstößen gegen die bestehenden Regeln härter durchzugreifen. „Die Probleme sind tatsächlich im privaten Bereich - das ist der Bereich, in dem wir mit den Ordnungsmaßnahmen sowieso nicht hinterherkommen“, sagte Kekulé.

Die Beschlussvorlage des Bundes für die Beratungen mit den Ländern am Mittwochnachmittag sieht vor, dass „Gastronomiebetriebe sowie Bars, Klubs, Diskotheken, Kneipen und ähnliche Einrichtungen“ im November geschlossen werden sollen. Die Lieferung und Abholung von Speisen für den Verzehr zu Hause soll erlaubt bleiben.

Die Vorlage sieht zudem vor, touristische Übernachtungen im Inland zu untersagen und Freizeiteinrichtungen wie Theater, Opern, Kinos, Schwimmbäder und Fitnessstudios für vier Wochen zu schließen. Zur Bekämpfung der Corona-Pandemie sollen die Bürger ihre privaten Kontakte auf ein „absolut nötiges Minimum“ reduzieren.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat die geplanten Einschränkungen. „Wenn wir warten, bis die Intensivstationen voll sind, ist es zu spät“, sagte er am Mittwochmorgen im Südwestrundfunk. Im europäischen Ausland seien die Krankenhäuser schon wieder am Limit, und es kämen auch wieder Hilfsanfragen. Spahn äußerte sich zuversichtlich, dass es nach dem Bund-Länder-Treffen am Mittwochnachmittag eine klare Linie geben werde. Es sei besser jetzt „die Welle zu brechen“ und dann Richtung Weihnachten die Situation wieder eher unter Kontrolle zu haben.

Für die von den geplanten Einschränkungen besonders betroffenen Branchen wie Reiseveranstalter, Gastronomie und Kulturschaffende forderte der CDU-Politiker zusätzliche Hilfe. Es sage sich schnell, wo die Prioritäten liegen, „Kita, Schule, Arbeitsplätze sichern“, erklärte Spahn. Aber es sei eine „sehr, sehr harte Entscheidung“ für Reiseveranstalter, Gastronomie und Kultur, im November all diese Bereiche runterzufahren. Deswegen müsse parallel ein großzügiges und zielgerichtetes Hilfspaket kommen, um auch dort Perspektiven zu geben.

(ahar/AFP/epd)