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Von der Leyen beruft Geberkonferenz für Corona-Impfstoff-Forschung

Forschung benötigt Finanzmittel : Von der Leyen beruft Geberkonferenz zu Corona-Impfstoff

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat eine internationale Geberkonferenz einberufen, um die Erforschung eines Impfstoffs gegen das neuartige Coronavirus weiter zu finanzieren.

Die Entwicklung eines Impfstoffes und dessen weltweite Anwendung "ist unsere kollektive beste Chance, das Virus zu besiegen", sagte von der Leyen am Mittwoch in Brüssel. Dafür seien weitere Finanzmittel erforderlich, die bei einer Online-Geberkonferenz am 4. Mai mobilisiert werden sollen.

Bislang gibt es keinen Impfstoff gegen das Coronavirus Sars-Cov-2 und auch keine Medikamente zur Behandlung der durch den Erreger ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19. Um die Pandemie einzudämmen, wird in vielen Ländern intensiv geforscht. In Deutschland beteiligt sich unter anderem das Tübinger Unternehmen CureVac. Experten schätzen, dass die Entwicklung eines einsatzfähigen Impfstoffs etwa 18 Monate dauert.

Um die globalen Anstrengungen voranzutreiben, stehe sie in engem Kontakt mit der Weltgesundheitsorganisation WHO, sagte von der Leyen. Mit Blick auf die Geberkonferenz sei zudem eine Zusammenarbeit mit renommierten Organisationen wie der internationalen Impfstoffallianz Cepi oder der Stiftung von Microsoft-Gründer Bill Gates angelaufen. "Ich hoffe, dass Länder und Organisationen auf der ganzen Welt diesem Aufruf folgen werden", fügte sie hinzu.

Die CDU-Politikerin legte am Mittwoch gemeinsam mit EU-Ratspräsident Charles Michel zudem ihren Plan für eine Rückkehr zur Normalität nach der Corona-Krise vor. Die Brüsseler Chefs wünschen sich bei der Lockerung der Notfallmaßnahmen möglichst enge Absprachen unter den Mitgliedstaaten. Besonders zu Beginn der Pandemie in Europa hatten die einzelnen Länder sehr unterschiedlich reagiert.

Die Kommission schlägt eine schrittweise Rücknahme der Einschränkungen je nach Lage vor Ort vor. Ausschlaggebend für mögliche Lockerungen sollen neben der Verbreitung des Virus auch die Krankenhauskapazitäten für die Aufnahme von Patienten sowie die Möglichkeit für flächendeckende Corona-Tests sein. Denn: "Jede (...) Lockerung der Ausgangssperren wird unweigerlich zu einer entsprechenden Zunahme neuer Fälle führen", warnte die Brüsseler Behörde.

Zudem spricht sich die Kommission in ihrer "Ausstiegsstrategie" für den Einsatz von Handy-Apps bei der Bekämpfung der Pandemie aus. Diese Apps sollen zum einen zur Beobachtung der Ausbreitung des Virus genutzt werden. Zum anderen könnten Menschen vor dem Kontakt mit Infizierten gewarnt werden, hofft die Kommission.

(anst/AFP)