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Verbraucherzentralen warnen vor Corona-App als Zutrittsvoraussetzung

Als Zutrittsvoraussetzung : Verbraucherzentralen warnen vor „schleichendem“ Zwang für Corona-App

Die Verbraucherzentralen pochen darauf, dass die künftige Corona-Warn-App tatsächlich freiwillig bleibt und nicht zur Voraussetzung zum Betreten von etwa Restaurants wird. Grundsätzlich gehe die App aber in die richtige Richtung.

„Es darf nicht sein, dass Arbeitgeber, Restaurants oder staatliche Behörden die App-Nutzung als Zutrittsvoraussetzung definieren und damit die Freiwilligkeit schleichend zum Zwang machen“, sagte der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv), Klaus Müller, am Montag. „Das Prinzip der Freiwilligkeit ist essenziell, muss nun in der Praxis aber angewendet und auch kontrolliert werden.“

Generell gehe die App in die richtige Richtung. Die Entscheidung für eine dezentrale Datenverarbeitung erhöhe den Datenschutz und minimiere die Gefahr des Datenmissbrauchs, sagte Müller. Covid-19 werde aber nicht per App verschwinden. „Politik und Gesellschaft sollten aus den App-Daten deshalb keine voreiligen Schlüsse zur Bewertung von Ausgangsbeschränkungen, Hygienemaßnahmen oder individuellen Gesundheitszuständen ziehen.“

Bundesregierung und die beteiligten Unternehmen stellen die App an diesem Dienstag vor. Mit der Anwendung sollen Corona-Infektionsketten besser erkannt werden. Besitzer eines geeigneten Smartphones können freiwillig entscheiden, ob sie die App installieren oder nicht.

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz erklärte, die App komme spät. „Jetzt ist es wichtig, besonders die Beschäftigten in Pflegeheimen, Krankenhäusern und Arztpraxen zum Mitmachen zu sensibilisieren“, sagte Vorstand Eugen Brysch. Viel zu oft seien es Beschäftigte der Medizin und Pflege gewesen, die sich untereinander angesteckt hätten. Daher werde es weiterhin darauf ankommen, den Eigenschutz zu stärken. Die Corona-App könne dafür ein zusätzlicher Baustein sein.

(anst/dpa)