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Van Laack will Uni-Kliniken Schutzkittel ersetzen

Nach Kritik in Köln und Essen : Van Laack will Kliniken gut 90.000 Schutzkittel ersetzen

An den Unikliniken in Köln und Essen kamen die vom Land bestellten van-Laack-Kittel nicht zum Einsatz. Grund: mangelnde Reißfestigkeit. Beim Unternehmen hatte sich niemand gemeldet – dennoch reagierte der Hersteller nun.

Nachdem sich zwei Uni-Kliniken kritisch über die Qualität von Schutzkitteln geäußert haben, die vom Land NRW bereitgestellt wurden, prüft das Ministerium die Möglichkeit zur Reklamation. Die Uni-Kliniken Köln und Essen hatten bemängelt, dass einige Kittel zu schnell reißen.

„Reklamationen bei Qualitätsproblemen sind grundsätzlich vom Ministerium als Auftraggeber vorzunehmen“, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums. Das Ministerium habe daher das Uniklinkum um eine schriftliche Stellungnahme geben. „Auf der Basis dieser Stellungnahme ist zu prüfen, ob ein Reklamationsgrund vorliegt“, sagte der Sprecher.

Auch van Laack hat sich bei den Kliniken gemeldet, nachdem diese bislang keinen Kontakt zum Hersteller gesucht hatten. „Wir haben beiden Kliniken angeboten, die beanstandete Ware zu ersetzen – wir haben ja zum Beispiel auch Kittel aus schwererem Material im Programm“, sagt van-Laack-Chef Christian von Daniels. In Köln wurden 48.000 Kittel aussortiert, in Essen 40.320 Kittel. Insgesamt hatte das Ministerium im Frühjahr zehn Millionen Schutzkittel beim Modehersteller van Laack bestellt und verteilt.

Die entsprechenden Kittel gehören nicht zum üblichen Sortiment von van Laack, das insgesamt sechs zertifizierte Kittel-Varianten im Sortiment hat. „Die Kittel waren ein spezieller Auftrag des Kunden, den wir ordnungsgemäß ausgeführt haben“, sagt Christian von Daniels. Natürlich hätte man die Kittel auch schwerer machen können, dann wären sie aber teurer gewesen und es wäre deutlich mehr Müll angefallen. Die Kittel seien jedoch für weite Teile der Einsatzgebiete in den rund 250 Kliniken und rund 1000 Pflegeeinrichtungen völlig ausreichend.