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US-Impfstoffhersteller muss zweite klinische Studie pausieren

Wegen unerklärter Krankheit : US-Impfstoffhersteller muss zweite klinische Studie pausieren

Das US-Unternehmen Johnson & Johnson muss seine zweite klinische Studie zu einem Impfstoffkandidaten mit 60.000 Teilnehmern pausieren. Eine „unerklärte Krankheit“ ist bei Studienteilnehmern aufgetreten.

Wegen einer „unerklärten Krankheit“ ist eine Studie zu einem möglichen Coronavirus-Impfstoff unterbrochen worden. Das Unternehmen Johnson & Johnson untersuche, ob die Erkrankung bei Studienteilnehmern mit dem Impfstoffkandidaten in Verbindung stehe, teilte das Unternehmen am Montagabend mit. Zuerst hatte die Website für Gesundheitsnachrichten „Statnews“ darüber berichtet.

Krankheiten, Unfälle und andere sogenannte unerwünschte Ereignisse „sind ein erwarteter Teil jeder klinischen Studie, insbesondere großer Studien“. Ärzte und ein Sicherheitsgremium suchen demnach nach der Ursache. Das Unternehmen gab keine weiteren Details bekannt und verwies auf die Privatsphäre der Teilnehmer.

Firmen müssen jede ernsthafte oder unerwartete Reaktion untersuchen. Da solche Tests an Zehntausenden Menschen durchgeführt werden, sind einige medizinischen Probleme Zufall. Das Unternehmen teilte mit, der erste Schritt sei, festzustellen, ob die betroffene Person den Impfstoffkandidaten oder ein Placebo bekommen habe.

Mindestens eine weitere Studie zu einem Impfstoffkandidaten ist bereits vorerst gestoppt worden. Die Studie von AstraZeneca und der Universität Oxford pausiert in den USA weiterhin, während untersucht wird, ob eine Krankheit als Sicherheitsrisiko einzustufen ist. Eine Frau hatte schwere neurologische Symptome entwickelt, die einer Transversen Myelitis gleichen, einer seltenen Entzündung des Rückenmarks.

Johnson & Johnson wollte an 60.000 Freiwilligen testen, ob die Impfung in nur einer Spritze sicher ist und gegen das Coronavirus wirkt. Andere Kandidaten benötigen zwei Spritzen.

(chal/dpa)