1. Panorama
  2. Coronavirus

Urlaub trotz Corona: Spanien & Mallorca - Risikogebiet, Regeln, Einreise

Corona-Maßnahmen : Reisebeschränkungen in ganz Spanien

Wegen hoher Infektionszahlen warnt das Auswärtige Amt derzeit vor nicht notwendigen, touristischen Reisen nach Spanien – die Kanarischen Inseln eingeschlossen. Mallorca und Teile des Festlands gelten nicht mehr als Risikogebiet, von einer Reise dorthin wird trotzdem weiter abgeraten. Das gilt jetzt für Spanien-Besucher.

Dieser Artikel wird regelmäßig aktualisiert.

In welchem Urlaubsland müssen Touristen noch in Quarantäne? Sind Strände dort zugänglich? Welche Abstandsregeln gelten, und dürfen Restaurants besucht werden? Diese Fragen treiben viele Menschen um – vor allem für Spanien mit seinen Urlaubshochburgen wie Mallorca oder Gran Canaria interessieren sich zahlreiche Reisende.

Welche Teile von Spanien gelten als Risikogebiet?

Spanien zählte zu den Ländern, die von der zweiten Corona-Welle zuerst und besonders hart getroffen wurden. Derzeit liegt die Sieben-Tage-Inzidenz bei 125 (Stand 29. April 2021). Teile des beliebten Urlaubslandes gelten als Corona-Risikogebiet: Das Auswärtige Amt warnt vor nicht notwendigen, touristischen Reisen auf die Kanarischen Inseln sowie in einen Großteil der autonomen Gemeinschaften, darunter Andalusien, dem 14. März ist Mallorca kein Risikogebiet mehr, das teilte das Robert-Koch-Institut am 12. März mit. Trotzdem rät das Auswärtige Amt vor touristischen Reisen dorthin ab, das gilt auch für Reisen in die Gemeinschaften Galicien, Valencia und Murcia.

Darf man aus einem EU-Land oder aus Norwegen, der Schweiz, Island oder Liechtenstein als Tourist in Spanien einreisen oder aus ihm ausreisen?

Ja. Die Einreise aus allen EU- und Schengen-assoziierten Staaten ist grundsätzlich möglich, es wird aber davon abgeraten.

Seit dem 23. November 2020 gilt für alle Reisenden, die auf dem Luft- oder Seeweg nach Spanien einreisen und aus einem Risikoland/-gebiet kommen, die Verpflichtung, ein negatives Testergebnis eines PCR-Tests mit sich zu führen. Auch Deutschland zählt zu den Risikoländern. Die Test-Verpflichtung gilt auch für Einreisende aus Frankreich, die auf dem Landweg nach Spanien einreisen. Für die Kanaren ist bereits seit dem 14. November 2020 für die Unterbringung grundsätzlich ein negativer PCR- oder Antigentest erforderlich.

Wie das Auswärtige Amt weiter informiert, müssen Flugreisende ein Formular im Spain Travel Health-Portal zur Gesundheitskontrolle ausfüllen, das einen QR-Code erzeugt, der bei Einreise vorgelegt werden muss. Die Registrierung kann frühestens 48 Stunden vor beabsichtigter Einreise erfolgen. In Ausnahmefällen kann auch ein Formular in Papierform ausgefüllt werden.

Die Fluggesellschaften sind verpflichtet, sich vor Abflug das elektronische Einreiseformular (QR-Code), alternativ das Einreiseformular in Papierform zusammen mit dem negativen Testergebnis, vorlegen zu lassen. Falschangaben können mit Geldstrafen geahndet werden.

Bei Einreise findet regelmäßig eine Gesundheitskontrolle durch Temperaturmessung, Auswertung des Einreiseformulars durch die Gesundheitsbehörde und eine visuelle Kontrolle des Reisenden statt. Personen mit einer Temperatur von über 37,5 °C oder anderen Auffälligkeiten können einer eingehenderen Untersuchung unterzogen werden.

Die Einreise von Portugal auf dem Landweg ist bis auf weiteres nur an bestimmten Grenzübergängen und zu bestimmten Uhrzeiten möglich. Es werden vorübergehend Grenzkontrollen eingeführt.

Die Grenzübergänge Ceuta und Melilla sind geschlossen.Spanische Häfen sind für international verkehrende Kreuzfahrtschiffe bis auf weiteres gesperrt.

Gibt es in Spanien einen Lockdown?

In Spanien wurde am 29. Oktober 2020 der nationale Gesundheitsnotstand (Alarmzustand) ausgerufen. Dieser gilt bis zum 9. Mai 2021 und ermöglicht der Zentralregierung teils gravierende Einschränkungen und Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie zu beschließen. Somit ist kein durchgehender Lockdown damit verbunden, vielmehr werden die Maßnahmen an die jeweiligen Entwicklungen der einzelnen Gebiete angepasst.

Der Corona-Notstand wird voraussichtlich nicht verlängert – damit entfällt die Grundlage für die meisten Beschränkungen wie Reisebeschränkungen, nächtliche Ausgangssperren und Schließung von Lokalen. Bis dahin gelten jedoch noch starke Einschränkungen:

Im ganzen Land herrscht aktuell eine nächtliche Ausgangssperre von 23 bis 6 Uhr – die Zeiten können allerdings in den Regionen je nach Lage abweichen. Auf Mallorca, Formentera und Menorca ist ab 2. März 2021 die Öffnung der Außengastronomie mit unterschiedlichen Öffnungszeiten und eingeschränkter Kapazität möglich. Auf Menorca ist darüber hinaus die Gastronomie im Innenbereich mit einer Kapazität von 30 Prozent geöffnet. Für Geschäfte, mit Ausnahme derer, die den für den Lebensunterhalt notwendigen Bedarf sicherstellen, gelten eingeschränkte Öffnungszeiten.

Die meisten der übrigen Autonomen Gemeinschaften auf dem Festland haben ebenfalls Ein- und Ausreisesperren und nächtliche Ausgangssperren erlassen. Das bedeutet, dass nur noch aus triftigen Gründen ein- oder ausgereist werden darf, jedoch nicht zu touristischen Zwecken.

Herrscht in Spanien Maskenpflicht?

Seit dem 21. Mai 2020 gilt eine allgemeine Pflicht zum Tragen einer Mund- und Nasenbedeckung an allen öffentlichen Orten innerhalb und außerhalb geschlossener Räume, an denen ein Abstand von eineinhalb Metern nicht eingehalten werden kann. Das gilt für alle Personen, die älter als sechs Jahre sind. Spanischen Medienberichten zufolge gilt dies auch beim Wandern und beim Sonnenbaden am Strand. Verstöße gegen die Maskenpflicht werden mit Geldstrafen von etwa 100 Euro geahndet. In Spanien reicht es nicht, nur einen Schal oder ein Tuch über Mund und Nase zu ziehen.

Haben Hotels, Restaurants, Bars und Cafés in Spanien geöffnet?

Grundsätzlich dürfen sie öffnen – allerdings mit eingeschränkter Kapazität und Hygienekonzepten, um die Corona-Schutzmaßnahmen zu gewährleisten. Über die Vorschriften informiert die jeweilige Unterkunft. Für den gastronomischen Bereich gelten ebenfalls strenge Vorgaben, es gilt ein Sicherheitsabstand von 1,50 Meter zwischen den Tischen, Speisekarten werden außerdem nicht gemeinsam genutzt.

Auf den Balearen wurden am 24. April einige Lockerungen erlassen: Bisher mussten Lokale dort um 17 Uhr schließen, nun dürfen sie von Montag bis Donnerstag (nicht an den Wochenenden) zusätzlich zwischen 20 und 22.30 Uhr Gäste in ihren Außenbereichen bewirten. Doch das hängt von den Betreibern selbst ab, auf Mallorca haben sich laut der lokalen Presse beispielsweise einige Wirte gegen die abendliche Öffnung entschieden.

Wie sieht es mit kulturellen Veranstaltungen aus?

Auch das hängt von den Regierungen der einzelnen Regionen ab. In der Hauptstadt Madrid etwa haben Kinos und Theater unter strengen Auflagen geöffnet, in vielen anderen Teilen des Landes ist der Kulturbetrieb jedoch heruntergefahren. Diskotheken und Nachtclubs sind generell geschlossen. Für ein wenig Hoffnung für die Kulturbranche sorgte ein Test-Konzert Ende März in Barcelona mit 5000 Menschen – eingesetzt wurde die Pflicht zum Vorweisen eines negativen Covid-Tests und zum Tragen von FFP2-Masken. Außerdem war eine spezielle Lüftungsanlage in die Konzerthalle verbaut worden. Ersten Ergebnissen zufolge gibt es keine Anzeichen für ein Ansteckungsgeschehen bei dem Konzert. Konkrete Auswirkungen hat das bisher nicht, es wird jedoch als Testlauf für Großveranstaltungen unter Corona-Maßnahmen gesehen.

Haben die Geschäfte in Spanien geöffnet?

Nur mit beschränkter Kapazität. Auf den Balearen dürfen wegen der neuen Lockerungen auch Einkaufszentren und sämtliche Geschäfte unter hohen Sicherheitsanforderungen wieder Kundinnen und Kunden empfangen. Sonntags und an Feiertagen sind sie generell geschlossen.

Wo gibt es die Information zu sämtlichen Reiseländern gebündelt?

Das Auswärtige Amt informiert laufend, und auch auf einer neuen Webseite der EU-Kommission können Touristen ihr Zielland eingeben und herausfinden, welche Corona-Bestimmungen dort zu beachten sind. Trotz der Grenzöffnungen unterscheiden diese sich von Land zu Land teilweise stark.

Hier lesen Sie mehr zu...

(bora/ahar/dpa/grof)