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Urlaub Spanien & Urlaub Mallorca 2020: Corona-Regeln & Lockerungen

Erneut Corona-Risikogebiet : Sommerurlaub in Spanien - diese Regeln gelten jetzt für Reisende

Die Bundesregierung stuft angesichts erhöhter Ansteckungsgefahren nun fast ganz Spanien als Risikogebiet ein - und warnt vor touristischen Reisen dorthin. Nur die Kanaren sind davon ausgenommen. Das gilt jetzt für Spanien-Urlauber.

Dieser Artikel wird regelmäßig aktualisiert.

In welchem Urlaubsland müssen Touristen noch in Quarantäne? Sind Strände dort zugänglich? Welche Abstandsregeln gelten, und dürfen Restaurants besucht werden? Diese Fragen treiben viele Menschen vor der Ferienzeit um - vor allem für Spanien mit seinen Urlaubshochburgen wie Mallorca oder Gran Canaria interessieren sich zahlreiche Reisende.

Welche Teile von Spanien gelten als Risikogebiet?

Fast ganz Spanien samt der Ferieninsel Mallorca gilt für deutsche Urlauber nun als Corona-Risikogebiet wegen hoher Infektionszahlen. Eine Ausnahme bilden die Kanaren. Das entschieden die beteiligten Bundesministerien für Gesundheit und Inneres sowie das Auswärtige Amt am Freitag. Noch am selben Abend gab das Außenministerium eine offizielle Reisewarnung heraus. Sie gilt für ganz Spanien lediglich mit Ausnahme der tief im Atlantik liegenden Kanarischen Inseln. Zuvor hatte bereits das bundeseigene Robert Koch-Institut (RKI) seine Liste der Corona-Risikogebiete entsprechend aktualisiert. Schon seit Ende Juli gilt eine Warnung vor Reisen in drei andere spanische Regionen, darunter Katalonien mit der Touristenmetropole Barcelona und die Strände der Costa Brava.

Die Einstufung als Risikogebiet bedeutet, dass für heimkehrende Urlauber eine Testpflicht auf das Coronavirus greift. Bis das Ergebnis vorliegt, müssen sie sich in häusliche Quarantäne begeben.

Eine Reisewarnung geht weiter. Sie ist zwar kein Reiseverbot, aber eine abschreckende Wirkung ist beabsichtigt. Und sie hat eine positive Seite für Verbraucher: Sie ermöglicht es Reisenden, Buchungen kostenlos zu stornieren.

Zentrales Kriterium für die Einstufung als Risikogebiet ist, in welchen Staaten oder Regionen es in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohner gegeben hat. Über die Risikogebiete führt das RKI eine Liste, die fortlaufend aktualisiert wird. Sie umfasst derzeit etwa 130 Staaten von Ägypten über Russland bis zu den USA.

Für Rückkehrer aus Corona-Risikogebieten gilt generell schon seit einigen Wochen, dass sie sich beim Gesundheitsamt melden und Angaben zu Symptomen und einem eventuellen Corona-Test machen müssen. Seit dem vergangenen Wochenende greift zudem eine Testpflicht bei der Heimkehr: Wer kein negatives Test-Ergebnis von kurz vor der Abreise dabei hat, muss sich nach der Ankunft in Deutschland testen lassen. Das heißt: Entweder man lässt sich noch im Urlaubsland höchstens 48 Stunden vor der Abreise testen und legt einen Negativ-Nachweis in deutscher oder englischer Sprache vor. Tests im Ausland sind aber selbst zu zahlen. Oder man lässt sich nach Rückkehr in Deutschland testen, was drei Tage lang kostenlos möglich ist.

Für die spanische Region Katalonien hat die Regionalregierung für mehrere Gebiete die dringende Empfehlung ausgesprochen, die Wohnung nicht zu verlassen. Auch Zusammenkünfte mit mehr als zehn Personen sind verboten sowie kulturelle und sportliche Veranstaltungen wie auch Aktivitäten des Nachtlebens abgesagt. die Gebiete sind: der Großraum Barcelona, die Kreise Segriá und Noguera in der Provinz Lleida sowie Figueres und Vilafant (Alt Empordà). Zudem ist der Zugang bzw. das Verlassen des Kreises Segriá in der Provinz Lleida einschließlich der Provinzhauptstadt Lleida in Katalonien zurzeit nur eingeschränkt möglich.

Die Regionalregierung von Aragón hat für Zaragoza und die Kreise Monegros, Bajo Cinca sowie Bajo Aragón-Caspe ab 24. Juli 2020 Maßnahmen beschlossen, die den Zugang zu Gastronomie, Geschäften, Schwimmbädern und Sportanlagen, sowie zum kulturellen Angebot zahlenmäßig stark beschränken. Gastronomie und Nachtlokale müssen um Mitternacht schließen, Zusammenkünfte mit mehr als zehn Personen sind verboten. Die Gesundheitsbehörde empfiehlt sogar, die Stadt Zaragoza derzeit nicht zu verlassen und rät von nicht notwendigen, touristen Reisen dorthin ab.

Außerdem sind in der Region Galicien einige Gebiete wegen eines Infektionsgeschehens derzeit abgeriegelt: Kreis La Mariña in der Provinz Lugo, betroffen sind folgende Gemeinden: Alfoz, Barreiros, Buruela, Cervo, Roz, Lourenzá, Mondoñedo, Ourol, Ribadeo, Trabada, O Valadouro, O Vicedo, Viveiro, Xove. Zu dieser Region gehört auch die bei Touristen beliebte Playa de las Catedrales.

Seit dem 28. Juli 2020 rät das Auswärtige Amt bereits von nicht notwendigen touristischen Reisen in die nordspanischen Regionen Katalonien, Aragón und Navarra ab. Seit dem 6. August besteht eine offizielle Reisewarnung. Begründet wird dies mit erneut hohen Infektionszahlen dort sowie örtlichen Absperrungen. Betroffen von der offiziellen Empfehlung sind damit auch die beliebten Touristenziele Barcelona, die Costa Brava sowie das gesamte spanische Pyrenäengebiet. Auch in der Hauptstadt Madrid und im Baskenland sind die Infektionszahlen wieder gestiegen, im Süden des Landes und auf den Inseln liegen sie auf niedrigem Niveau, berichtet das Auswärtige Amt.

Darf man aus einem EU-Land oder aus Norwegen, der Schweiz, Island oder Liechtenstein als Tourist in Spanien einreisen oder aus ihm ausreisen?

Ja. Die Einreise aus allen EU- und Schengen-assoziierten Staaten mit Ausnahme von Portugal ist ab sofort wieder möglich. Mit Beendigung des Alarmzustands am 21. Juni sind in ganz Spanien zudem die Einschränkungen der Bewegungsfreiheit sowie die Quarantäneverpflichtung bei Einreise aus dem innereuropäischen Ausland entfallen. Auch Einreisen von außerhalb der EU bzw. Schengen sind wieder möglich: Seit dem 4. Juli dürfen auch Einwohner Australiens, Kanadas, Georgiens, Japans, Montenegros, Neuseelands, Ruandas, Serbiens, Südkoreas, Thailands, Tunesiens und Uruguays nach Spanien einreisen.

Wegen der stark steigenden Zahl von Corona-Infektionen in Spanien warnt das Auswärtige Amt seit Ende Juli nun vor touristischen Reisen in drei Regionen des beliebtesten Urlaubslands der Deutschen. Betroffen von der formellen Reisewarnung sind einer Mitteilung des Auswärtigen Amts vom Freitag zufolge Katalonien mit der Touristenmetropole Barcelona und den Stränden der Costa Brava sowie die westlich davon im Landesinneren liegenden Regionen Aragón und Navarra, nicht aber Mallorca und auch nicht die Kanaren.

Bei einer Einreise erfolgt eine Gesundheitskontrolle durch Temperaturmessung, Auswertung durch die Gesundheitsbehörde und eine visuelle Kontrolle des Reisenden. Außerdem müssen seit dem 1. Juli Flugreisende vorab ein Gesundheitsformular ausfüllen. Es ist auf dem Spain Travel Health-Portal hinterlegt und erzeugt einen QR-Code, der bei der Einreise vorgelegt werden muss. Bis Ende Juli kann auch weiterhin ein Formular in Papierform bei Einreise ausgefüllt werden. Veranstalter, Fluggesellschaften, Reedereien müssen laut Auswärtigem Amt Reisende auf die Pflicht zur Vorlage des Formulars hinweisen.

Ist Urlaub auf den Balearen möglich?

Pauschalurlauber, die ihre Reise in den kommenden Tagen antreten wollten, haben nun schlechte Karten: Für deutsche Reiseveranstalter ist die Reisewarnung bindend. Die Unternehmen sagen ihre Reisen ab, sobald eine Warnung vorliegt. Anzahlungen bekommen die Gäste in diesem Fall zurück. Urlauber mit baldigem Reiseantritt können nun auch ihrerseits kostenlos den Reisevertrag kündigen.

Individualreisende, die ihre Reise bald antreten wollten, sollten sich mit ihrer Fluggesellschaft in Verbindung setzen. Streicht die Airline nun den Flug, muss sie das Geld erstatten. Falls der Flug aber wie geplant durchgeführt wird, gibt es kein Geld zurück, wenn der Passagier den Flug verfallen lässt. Viele Fluggesellschaften sind derzeit bei Umbuchungen kulant. So kann es möglich sein, den Flug erst einmal kostenlos zu verschieben.

Pauschalurlauber, die für die Herbstferien gebucht haben, müssen nun geduldig sein. Es ist offen, wie lange die Reisewarnung gelten wird, die Corona-Lage kann sich schnell ändern. Pauschalurlauber, die jetzt trotz Reisewarnung buchen, nehmen ein gewisses Risiko in Kauf. „Wer jetzt noch trotz der Reisewarnung bucht, weil er davon ausgeht, dass es im Herbst nicht mehr schlimm sein wird, der kann später nicht kostenfrei stornieren, da er das Risiko in Kauf genommen hat“, erläutert Fischer-Volk. Hier käme dann wieder eine rechtzeitige, kostenlose Umbuchung in Frage.

Übrigens: Die Reiserücktrittsversicherung können Urlauber im Fall einer Reisewarnung nicht nutzen. Denn solche Warnungen sind nach Angaben des Bunds der Versicherten (BdV) nicht versichert.

Herrscht in Spanien Maskenpflicht?

Seit dem 21. Mai 2020 gilt eine allgemeine Pflicht zum Tragen einer Mund- und Nasenbedeckung an allen öffentlichen Orten innerhalb und außerhalb geschlossener Räume, an denen ein Abstand von eineinhalb Metern nicht eingehalten werden kann. Auf den Mittelmeerinseln Mallorca, Ibiza und Menorca müssen auch im Freien Masken getragen werden. Auch in den Autonomen Regionen Andalusien, Aragón, Asturien, Katalonien, Extremadura, La Rioja und Murcia Mund-Nasenschutz-Pflicht in allen öffentlichen Bereichen, selbst wenn der Sicherheitsabstand gewährleistet ist. In öffentlichen Verkehrsmitteln gilt eine generelle Maskenpflicht, ebenso in Privatwagen, wenn nicht alle Personen aus demselben Haushalt stammen. Unter 6-Jährige und Personen, bei denen aus gesundheitlichen Gründen die Maskenpflicht kontraindiziert ist, sind von der Pflicht ausgenommen.

Haben Hotels, Restaurants, Bars und Cafés in Spanien geöffnet?

Grundsätzlich dürfen sie öffnen – allerdings mit Einschränkungen, um die Corona-Schutzmaßnahmen zu gewährleisten: In Regionen der Phase 2 können Hotels bis zu 30 Prozent ihrer Kapazität wiederöffnen, in denen der Phase 3 sind es bis zu 50 Prozent, einschließlich der Nutzung von Gemeinschaftsräumen. Ähnlich ist es bei Restaurants – in Phase 2 sind es 40 Prozent, in Phase 3 50 Prozent, einschließlich der Innenbereiche. In Phase 2 können Bars und Cafés bis zu 40, in Phase 3 bis zu 50 Prozent ihrer Kapazität öffnen.

Sind Strände in Spanien wieder offen zugänglich?

Die Strände werden mit Einschränkungen und unter Aufsicht der Stadtverwaltung wieder geöffnet, um sicherzustellen, dass ein Mindestabstand von zwei Metern unter Badegästen eingehalten wird. Ende Mai hatte die spanische Regierung erklärt, dass an den Stränden strenge Regeln gelten würden. Urlauber sollten ihren Platz im Sand zugeteilt bekommen, zwischen den Liegestühlen müssten Sicherheitsabstände eingeteilt werden, möglich seien auch zeitliche Limits für Strandbesuche von drei oder vier Stunden. Über die konkreten Maßnahmen entscheiden die Gemeinden, die für den jeweiligen Strand zuständig sind.

Wie sieht es mit kulturellen Veranstaltungen aus?

Für Regionen in Phase 2 gilt: Drinnen sind kulturelle Veranstaltungen erlaubt für maximal 50 Personen (ein Drittel der Kapazität), draußen sind es 400 Sitzplätze. Für Phase-3-Regionen sind drinnen bis zu 80 Personen (ein Drittel ihrer Kapazität) erlaubt und draußen 800 Sitzplätze. Theater (mit weniger als 300 Sitzplätzen) und andere öffentliche Plätze können mit Trennmaßnahmen und bis zu 50 Prozent ihrer Kapazität in Phase 3 eröffnet werden.

Haben die Geschäfte in Spanien geöffnet?

Geschäfte mit einer Ladenfläche von bis zu 400 Quadratmetern können in Phase-2-Regionen mit 40 Prozent ihrer Kapazitäten öffnen. In Phase 3 können Geschäfte mit 50 Prozent ihrer Kapazität öffnen. Restaurants dürfen ihre Außenbewirtschaftung mit maximal der Hälfte ihrer Tische und maximal zehn Personen pro Tisch sowie mit möglichst bargeldlosem Bezahlen betreiben.

Wo gibt es die Information zu sämtlichen Reiseländern gebündelt?

Das Auswärtige Amt informiert laufend, und auch auf einer neuen Webseite der EU-Kommission können Touristen ihr Zielland eingeben und herausfinden, welche Corona-Bestimmungen dort zu beachten sind. Trotz der Grenzöffnungen unterscheiden diese sich von Land zu Land teilweise stark.

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(ahar/dpa/grof)