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Urlaub Österreich 2020: Corona-Regeln, Ski und Risikogebiete

Corona-Lockerungen : Urlaub in Österreich - was erlaubt ist und was nicht

Die Bundesregierung hat die Reisewarnung für die meisten europäischen Staaten aufgehoben. Ein Urlaub im Ausland ist also wieder planbar - auch in Österreich. Trotzdem sollten Reisende die aktuellen Corona-Regelungen kennen. Der Überblick.

Dieser Text wird regelmäßig aktualisiert.

In welchem Urlaubsland müssen Touristen noch in Quarantäne, sind Strände dort zugänglich, welche Abstandsregeln gelten, dürfen Restaurants besucht werden – diese Fragen treiben viele Menschen vor der Ferienzeit um. Besonders interessant ist Österreich als südliches Nachbarland, mit beliebten Ferienregionen wie Tirol, dem Salzburger Land oder Kärnten. Welche Regelungen gelten dort?

Das österreichische Ischgl mit seinen Après-Skibars gilt als Brennpunkt für die Ausbreitung des Coronavirus in Österreich und Teilen Europas. Nach Angaben österreichischer Behörden waren zeitweise 40 Prozent aller Fälle im Inland auf Ischgl zurückzuführen. Auch viele deutsche Touristen haben sich nach ihrer Überzeugung in Ischgl angesteckt.

Wie steht es um die Einreise nach Österreich?

Für Deutsche gibt es keine Einreisebeschränkungen. Ein Attest wird nicht mehr benötigt.

Wegen der gestiegenen Zahl von Corona-Neuinfektionen hat die deutsche Bundesregierung die österreichische Hauptstadt Wien zum Risikogebiet erklärt und eine entsprechende Reisewarnung ausgesprochen. Das bundeseigene Robert Koch-Institut (RKI) veröffentlichte am Mittwoch, 16. September, eine aktualisierte Liste der Corona-Risikogebiete, in der nun auch das Bundesland Wien als einziges Risikogebiet in Österreich aufgeführt wird. Am 23. September wurde die Liste erweitert. Nun gilt auch das Bundesland Vorarlberg zum Risikogebiet. „Vor nicht notwendigen, touristischen Reisen in das Bundesland Wien wird aufgrund hoher Infektionszahlen derzeit gewarnt“, teilte darauf hin das Auswärtige Amt in Berlin mit. Am 25. September wurde auch das österreichische Bundesland Tirol wegen rasant steigender Infektionszahlen zum Corona-Risikogebiet erklärt.

Grundsätzlich ist die Einreise aus allen EU-Mitgliedstaaten mit Ausnahme von Bulgarien, Rumänien, Kroatien, Schweden, Festland-Spanien – außer Balearen und Kanaren – und Portugal sowie aus Andorra, Island, Liechtenstein, Monaco, Norwegen, San Marino, der Schweiz und Vatikan wieder ohne Einschränkungen möglich.

Es kann aber sein, dass Reisende darauf angesprochen werden, wo sie sich in den vergangenen zehn Tagen aufgehalten haben. Dann müssen sie glaubhaft machen, dass sie nur in den oben aufgeführten Ländern oder in Österreich waren – zum Beispiel über einen Buchungsbeleg oder einen Meldezettel. Die Einreise aus den übrigen Ländern ist weiterhin nur bei Vorliegen eines Ausnahmegrundes und Mitführen eines aktuellen Gesundheitszeugnisses möglich, das dem Reisenden einen negativen Covid-19-Test attestiert. Der Test darf nicht älter als 72 Stunden sein. Die Kontrollen Österreichs an der Grenze nach Deutschland sind aufgehoben. In Grenznähe können aber noch stichprobenartige Kontrollen stattfinden.

Flugzeuge aus Nordrhein-Westfalen dürfen weiterhin in Österreich landen. „Landeverbote aus Nordrhein-Westfalen wird es aktuell nicht geben“, teilte das Gesundheitsministerium in Wien mit. Die Situation würde laufend neu bewertet. Auf dem Flughafen Wien besteht die Möglichkeit, einen kostenpflichtigen Covid-19-Test durchzuführen. Das Ergebnis liegt innerhalb von etwa drei Stunden vor. Eine Anmeldung ist allerdings erforderlich.

Welche Corona-Auflagen gelten in Österreich im Alltag?

Ein Mund-Nasen-Schutz (MNS) muss in Supermärkten, in Post- und Bankfilialen, den öffentlichen Verkehrsmittel, im Gesundheitsbereich inklusive Apotheken, in Kirchen, auf Märkten und bei Dienstleistungen getragen werden, wenn der Ein-Meter-Mindestabstand nicht eingehalten werden kann. Auch Schals und Gesichtsvisiere können als Mund-Nasen-Schutz verwendet werden.

Können in Österreich wieder Hotels, Geschäfte oder Restaurants besucht werden?

Restaurants, Bars und Cafés sind geöffnet, ebenso Hotels und andere Unterkünfte. Büfetts sind unter den selben hygienischen Vorkehrungen ebenfalls wieder erlaubt. Gastronomische Betriebe können für Gäste zwischen 5 Uhr morgens und 1 Uhr nachts öffnen. Bei geschlossenen Gesellschaften entfällt die Sperrstundenregelung, wenn die Teilnehmer drei Tage vor dem Termin dem Betreiber bekanntgegeben werden.

Die österreichischen Seilbahnen sind inzwischen wieder in Betrieb, dürfen aber nur mit Maske benutzt werden.

Ab dem 1. September wurden Corona-Tests im Gastgewerbe ausgeweitet. Mitarbeiter von Hotels, Campingplätzen und Restaurants können sich regelmäßig testen lassen. Die Sperrstunde in der Gastronomie liegt bei 1 Uhr.

Sämtliche private Feiern und Zusammenkünfte sollen ab Montag, 21. September, auf zehn Personen beschränkt werden. Darüber hinaus darf in Lokalen und Restaurants nur noch im Sitzen konsumiert werden. Maximal zehn Personen dürfen an einem Tisch sitzen. Darüber beim Betreten und Verlassen von Restaurants ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden.

Wie sieht es mit Ski-Urlaub aus?

In den österreichischen Skigebieten wird es im kommenden Winter wegen der steigenden Corona-Infektionszahlen keine Après-Ski-Partys geben. Skifahren, Einkaufen, Essen gehen, Kultur und Wellness sollten möglich sein, sagte Kanzler Sebastian Kurz am 24. September. „Was nicht möglich sein wird, ist Après Ski in der Art und Weise, wie wir es aus der Vergangenheit kennen (...) Skivergnügen ja, aber ohne Après-Ski". Kurz kündigte strenge Regeln an, um einen sicheren Wintertourismus zu ermöglichen. So müsse etwa beim Anstellen bei einer Seilbahn ein Abstand von einem Meter eingehalten werden, in den Gondeln sei eine Alltagsmaske vorgeschrieben. Um Gedränge in Bars und auf Terrassen zu vermeiden, darf nur an Tischen im Sitzen gegessen und getrunken werden. Zudem wird die Sperrstunde in Vorarlberg, Tirol und Salzburg auf 22 Uhr vorverlegt. Skilehrer und Hotelangestellte sollen sich zudem regelmäßig auf das Virus testen lassen.

Wo gibt es Reise-Informationen über Österreich gebündelt?

Das Auswärtige Amt aktualisiert laufend seine Reise-Informationen. Auf einer neuen Webseite der EU-Kommission gibt es ebenfalls Informationen. Auch das Bundesministerium für Soziales, Pflege und Konsumentenschutz informiert.

Außerdem hat Österreich eine Corona-Ampel eingeführt, die über das Infektionsrisiko in bestimmten Regionen und auch über eventuelle örtliche Maßnahmen informiert

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(özi/grof)