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Urlaub in Spanien trotz Corona: Regeln, Einreise & Risikogebiete - Das müssen Sie für Ihre Mallorca-Reise wissen

Diese Regeln gelten im Spanien-Urlaub : Keine Testpflicht für Geimpfte und Genesene

Am 7. Juni sind Lockerungen für die Spanienreise in Kraft getreten. Geimpfte und Genesene müssen sich nicht mehr testen lassen und Antigen-Schnelltests reichen als Nachweis aus. Auch sind große Teile der Landes kein Risikogebiet mehr. Ein Überblick.

Dieser Artikel wird regelmäßig aktualisiert.

In welchem Urlaubsland müssen Touristen noch in Quarantäne, sind Strände dort zugänglich, welche Abstandsregeln gelten, dürfen Restaurants besucht werden – diese Fragen treiben viele Menschen um. Wir geben eine Übersicht über die beliebtesten Urlaubsländer der Deutschen. Das Land Spanien mit seinen Urlaubshochburgen Mallorca oder Gran Canaria interessiert zahlreiche Reisende.

Spanien zählte zu den Ländern, die von der zweiten Corona-Welle zuerst und besonders hart getroffen wurden. Derzeit liegt die landesweite Sieben-Tage-Inzidenz knapp über der Grenze von 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Am 16. Juni lag der Wert nach Angaben des Ministerio de Sanidad bei 43,09 und somit höher als in Deutschland. Auf den Balearen (7-Tage-Inzidenz von 18,86) gibt es weniger Ansteckungen, auf den Kanaren liegt die Zahl gerade etwas darüber (7-Tage-Inzidenz von 44,81) gibt es weniger Ansteckungen. Auf einer interaktiven Karte können die tagesaktuellen Inzidenzwerte für die autonomen Regionen Spaniens nachgeschaut werden.

Welche Teile von Spanien gelten als Risikogebiet?

Das Robert Koch-Institut (RKI) stuft nur noch Teile Spaniens als Corona-Risikogebiet ein: Andalusien, Aragon, Kastilien und León, Katalonien, Madrid, Navarra, La Rioja, das Baskenland und die Exklaven Melilla und Ceuta. Sie alle haben eine Sieben-Tage-Inzidenz von über 50. Deshalb spricht das Auswärtige Amt für diese Regionen weiterhin eine Reisewarnung aus. Andere Regionen – darunter auch die Balearen (also auch Mallorca) und die Kanarischen Inseln – sind hingegen nicht mehr als Risikogebiet eingestuft, da sie sich weit unter der kritischen Marke von 50 befinden. Vor nicht notwendigen, touristischen Reisen in diese Regionen wird seitens des Auswärtigen Amtes dennoch abgeraten.

Darf man als Tourist nach Spanien einreisen?

Ja, die Einreise aus allen EU- und Schengen-assoziierten Staaten ist trotz der Reisewarnung grundsätzlich möglich. Es wird aber davon abgeraten.

Was ist bei der Einreise zu beachten?

Für alle Reisenden, die aus einem Risikoland/-gebiet kommen (Deutschland zählt aktuell zu den Risikoländern), besteht die Verpflichtung, ein negatives Corona-Testergebnis mit sich zu führen. Das kann ein PCR- oder ein Antigen-Schnelltest sein. Die Testung darf höchstens 48 Stunden vor der Einreise vorgenommen sein. Der Beleg kann elektronisch oder in Papierform vorliegen und auf Deutsch, Englisch oder Spanisch verfasst sein. Folgende Informationen muss der Nachweis mindestens enthalten: Vor- und Nachname des Reisenden, Datum der Testabnahme, Art des Testverfahrens, das Land, in dem der Test durchgeführt wurde, sowie die Bestätigung, dass keine Corona-Infektion vorliegt (negatives Testergebnis).

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Mit der jüngsten Verordnung sind allerdings gewisse Personengruppen von der Testpflicht befreit. Ausgenommen sind etwa Kinder unter sechs Jahren sowie Geimpfte und Genesene.

Vollständig Geimpfte – das sind alle jene, deren Zweitimpfung mindestens 14 Tage zurückliegt – müssen bei der Einreise ebenfalls keinen Test machen. Stattdessen müssen sie ihre Impfung mit einem Zertifikat nachweisen. Das Dokument muss nach Angaben des spanischen Gesundheitsamtes folgende Informationen enthalten: der Vor- und Nachname des Reisenden, das Datum der Impfung mit der Angabe über die zuletzt verabreichte Dosis, die Art des Impfstoffes, die Anzahl der verabreichten Dosen und damit der vollständige Zeitplan, das Land, in dem die Impfung verabreicht wurden, sowie Angaben zur Behörde, die das Impfzertifikat ausgestellt hat.

Wichtig dabei ist, dass Lockerungen nur greifen, wenn der Reisende sich mit einem von der EU zugelassenen Impfstoff hat impfen lassen. Zudem ist seitens des spanischen Gesundheitsamtes nicht klar kommuniziert, ob eine Eintragung im gelben WHO-Impfpass (ein international gültiges Dokument) ausreichend ist. Der ADAC empfiehlt daher, dass Reisende über einen zusätzlichen Impfnachweis verfügen. Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) berichtet derweil, dass der gelbe Impfpass ausreichen würde und beruft sich dabei auf eine Anfrage bei der spanischen Botschaft in Berlin. Und die „Fuerteventura Zeitung“ hat bei fünf deutschen Airlines nachgefragt, die daraufhin bestätigten, dass der gelbe Impfpass beim Check-In als Nachweis für eine Corona-Impfung ausreiche. Die Einführung eines digitalen Impfzertifikats, das EU-weit gilt, sollte den Nachweis der vollständigen Immunisierung künftig erleichtern. Der sogenannte „grüne Pass“ soll allerdings erst im Juli zur Verfügung stehen.

Das Genesungszertifikat muss, wie auch der Impfnachweis, den vollen Vor- und Nachnamen des Reisenden enthalten, sowie das Datum der Testabnahme des ersten positiven Tests, das Testverfahren und der Staat, der das Dokument ausstellt. Als Genesen gilt, dessen Covid-19-Infektion nicht länger als 180 Tage zurückliegt. Der Nachweis darf überdies frühstens elf Tage nach dem Positivbefund ausgestellt werden.

Neben dem Test-, Impf- oder Genesungsnachweis müssen Reisende überdies ein Formular im Spain Travel Health-Portal zur Gesundheitskontrolle ausfüllen und vorlegen können. Das Formular erzeugt einen QR-Code, der bei der Einreise vorzuzeigen ist. Das kann auch über die SpTH-App (eine kostenfreie Applikation für Smartphones) erfolgen – und in Ausnahmefällen sogar in Papierform. Die Fluggesellschaften sind verpflichtet, sich vor Abflug das elektronische Einreiseformular (QR-Code), alternativ das Einreiseformular in Papierform, vorlegen zu lassen. Falschangaben können mit Geldstrafen geahndet werden.

Das Flugangebot zwischen Deutschland und Spanien ist noch eingeschränkt. Der innerspanische Verkehr mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist reduziert.

Bei der Einreise finden nach Angaben des Auswärtigen Amtes regelmäßig Kontrollen statt: Auswertung des Einreiseformulars, visuelle Kontrollen der Reisenden und/oder Temperaturmessungen.

Welche Sonderregeln gelten auf den spanischen Inseln?

Die Infektionszahlen auf den einzelnen Inseln der Kanaren (Gran Canaria, Fuerteventura, Lanzarote, Teneriffa, La Gomera, La Palma, El Hierro) sind unterschiedlich. Daher gelten auch unterschiedliche Regeln und Beschränkungen. Einheitlich ist: Die Kanaren sind kein Risikogebiet mehr. Für die Einreise gelten die selben Regeln wie für ganz Spanien. Für die Unterbringung auf den Kanaren aber ist grundsätzlich ein negatives PCR- oder Antigentestergebnis erforderlich, der nicht älter als 48 Stunden ist und beim Einchecken in das Hotel oder die Unterkunft vorgelegt werden muss. Zudem sind alle Einreisende, die in Smartphone besitzen, verpflichtet, die spanische Corona-App „Radar Covid“ zu installieren. Frühstens 15 Tage nach Urlaubsrückkehr darf diese deaktiviert werden, teilt das Auswärtige Amt mit. Die nächtliche Ausgangssperre auf den Kanaren wurde gekippt.

Auch die Balearen (Mallorca, Ibiza, Menorca, Formentera) sind kein Risikogebiet mehr. Von Reisen dorthin wird aber weiterhin abgeraten. Die nächtliche Ausgangssperre auf den Balearen gilt nicht mehr. Zwar ist die Außengastronomie geöffnet, doch Restaurants, Café und Bars müssen früher als gewohnt schließen.

Welche Corona-Regeln gelten in Spanien?

Am 9. Mai endete der nationale Gesundheitsnotstand und mit ihm die Grundlage für die landesweit einheitlichen Beschränkungen und Regeln. Stattdessen kann jede spanische Regionen jetzt ihre eigenen Maßnahmen festlegen.

So gelten im Bereich der Gastronomie beispielswiese in der Region Andalusien lockerere Regeln als in Katalonien. Daher empfiehlt es sich, bei der jeweiligen Behörde die aktuell geltenden Regeln nachzuschlagen.

Im ganzen Land gelten aber die Abstandsregeln (mindestens 1,5 Meter zu Menschen, die aus einem anderen Haushalt stammen) und Maskenpflicht (auch im öffentlichen Raum) weiter.

Haben Hotels, Restaurants, Bars und Cafés in Spanien geöffnet?

Grundsätzlich dürfen sie öffnen – allerdings mit eingeschränkter Kapazität und Hygienekonzepten, um die Corona-Schutzmaßnahmen zu gewährleisten. Über die Vorschriften informiert die jeweilige Unterkunft. Für den gastronomischen Bereich gelten ebenfalls strenge Vorgaben, es gilt ein Sicherheitsabstand von 1,50 Meter zwischen den Tischen, Speisekarten werden außerdem nicht gemeinsam genutzt.

Wie sieht es mit kulturellen Veranstaltungen aus?

Auch das hängt von den Regierungen der einzelnen Regionen ab. Museen sind auf den Balearen wieder generell geöffnet. In der Hauptstadt Madrid etwa haben Kinos und Theater unter strengen Auflagen geöffnet, in vielen anderen Teilen des Landes ist der Kulturbetrieb jedoch heruntergefahren. Diskotheken sind in einigen Teilen des Landes schon wieder geöffne, zum Beispiel in Andalusien. Auf den Balearen bleiben sie noch bis mindestens Mitte Juli geschlossen. Für ein wenig Hoffnung für die Kulturbranche sorgte ein Test-Konzert Ende März in Barcelona mit 5000 Menschen – eingesetzt wurde die Pflicht zum Vorweisen eines negativen Covid-Tests und zum Tragen von FFP2-Masken. Außerdem war eine spezielle Lüftungsanlage in die Konzerthalle verbaut worden. Ersten Ergebnissen zufolge gibt es keine Anzeichen für ein Ansteckungsgeschehen bei dem Konzert. Konkrete Auswirkungen hat das bisher nicht, es wird jedoch als Testlauf für Großveranstaltungen unter Corona-Maßnahmen gesehen.

Haben die Geschäfte in Spanien geöffnet?

Nur mit beschränkter Kapazität. Auf den Balearen dürfen wegen der neuen Lockerungen auch Einkaufszentren und sämtliche Geschäfte unter hohen Sicherheitsanforderungen wieder  Kunden empfangen.

Wo gibt es die Information zu sämtlichen Reiseländern gebündelt?

Das Auswärtige Amt informiert laufend, und auch auf einer neuen Webseite der EU-Kommission können Touristen ihr Zielland eingeben und herausfinden, welche Corona-Bestimmungen dort zu beachten sind. Trotz der Grenzöffnungen unterscheiden diese sich von Land zu Land teilweise stark.

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(bora/ahar/grof/capf/jlu/dpa)