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Umfrage: Kinderbedürfnisse kommen während Corona zu kurz

Umfrage : Kinderbedürfnisse kommen während Corona zu kurz

Rund 58 Prozent der Deutschen findet laut einer Umfrage, dass die Bedürfnisse von Kindern während der Corona-Pandemie zu kurz kommen. Einen Handlungsbedarf sehen die Befragten insbesondere beim Schutz von Kindern vor sexuellem Missbrauch und vor Gewalt.

Rund zwei Drittel (67 Prozent) der Eltern von minderjährigen Kindern vertreten diese Auffassung, wie eine am Donnerstag in Köln veröffentlichte Umfrage von YouGov Deutschland und dem Sinus-Institut ergab. Mehr als jeder zweite Deutsche (57 Prozent) spricht sich demnach auch für eine Verankerung von Kinderrechten im Grundgesetz aus. Für die Erhebung befragten die Meinungsforscher 2.212 Menschen ab 18 Jahren zwischen dem 13. und 24. August online.

Etwas mehr als die Hälfte der Befragten (53 Prozent) findet, dass Deutschland ein kinderfreundliches Land ist, wie die Umfrage zum Weltkindertag am Sonntag ergab. Dabei gebe es in der Einschätzung keinen Unterschied zwischen den Geschlechtern. Auch ob die Befragten Kinder unter 18 Jahren haben oder nicht, mache sich bei der Bewertung nicht bemerkbar. Allerdings zeige sich ein Unterschied beim Alter: Demnach findet fast jeder dritte Deutsche zwischen 18 und 29 Jahren (65 Prozent), dass Deutschland kinderfreundlich sei, bei den 60- bis 69-Jährigen ist es fast die Hälfte (49 Prozent).

Die Meinungsforscher verweisen in diesem Zusammenhang auf eine Umfrage des Sinus-Partners Integral Marktforschung in Österreich mit 500 Befragten. Dort stuften 82 Prozent ihr Land als kinderfreundlich ein, wie es hieß.

Den größten Handlungsbedarf sehen die befragten Deutschen den Angaben zufolge mit 73 Prozent beim Schutz von Kindern vor sexuellem Missbrauch, gefolgt vom Schutz vor Gewalt (72 Prozent). Bei Kinderbetreuungsplätzen, der Gleichheit von Bildungschancen und dem Schutz vor Kinderarmut fordert eine Mehrheit (jeweils 68 Prozent) die Politik auf, etwas zu unternehmen.

Nach den Zukunftsaussichten der jungen Generation gefragt, erklärten die Umfrageteilnehmer, dass sie im Vergleich zu heute stärker die Folgen des Klimawandels spüren (78 Prozent) und häufiger mit Pandemien konfrontiert sein werde (64 Prozent). Eine Mehrheit (56 Prozent) glaubt der Umfrage zufolge, dass es Kinder später schwerer haben werden, einen Job zu finden. Weniger als die Hälfte der Befragten (47 Prozent) geht davon aus, dass die Kinder einen höheren Lebensstandard erreichten, ein knappes Drittel (32 Prozent) rechnet mit einer sozial gerechteren Gesellschaft.

(özi/epd)