1. Panorama
  2. Coronavirus

Tübinger Corona-Modellprojekt wird nach sechs Wochen beendet

Nach sechs Wochen : Tübingen beendet Corona-Modellprojekt - Schulen und Läden müssen schließen

Das Vorzeigeprojekt für Lockerungen der Corona-Maßnahmen ist bald Geschichte. Grund ist die bundesweite Notbremse, nicht die Sieben-Tage-Inzidenz – die lag in der Studentenstadt konstant unter 100.

Wegen der neuen bundesweiten Corona-Regeln wird Modellprojekt im baden-württembergischen Tübingen beendet. "Ab Montag ist also auch bei uns alles dicht - Theater, Handel, Schulen und Kitas", schrieb Oberbürgermeister Boris Palmer am Donnerstag auf Facebook. Da der Inzidenzwert im Landkreis Tübingen bei 180 liege, gebe es keine andere Möglichkeit.

Nach sechs Wochen, in denen die schwäbische Stadt mit Tests von Bürgern Öffnungen von Geschäften und kulturellen Einrichtungen in der Corona-Pandemie ermöglichte, muss sich die Kommune nun an die neuen Grenzwerte halten. Die meisten Maßnahmen sollen ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 100 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner gelten, Schulen müssen ab einer Inzidenz von 165 schließen.

Palmer hatte die Öffnungen damit gerechtfertigt, dass die Inzidenz in der Stadt Tübingen trotz der Öffnung konstant unter 100 liege. Deshalb hatte das Land Baden-Württemberg erst in der vergangenen Woche den Modellversuch des "Freitestens", der auch von der Universität Tübingen wissenschaftlich begleitet wurde, verlängert.

Das Tübinger Modell hatte bundesweit Aufsehen erregt, stand aber auch in der Kritik, weil die Inzidenzwerte aus dem Landkreis und der Stadt schon wegen der Tagespendler nicht zu trennen seien. Noch vor wenigen Tagen warb Palmer bei Beratungen des Städtetags mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) aber für das Projekt.

Auch Prominente aus der Kultur wie Jan Josef Liefers hatten sich für eine Weiterführung ausgesprochen, doch es nutzte nichts: "Unser Modell hält die Zahlen unten - wären wir ein Stadtkreis wie das wesentlich kleinere Baden-Baden würde unsere Inzidenz unter 100 zählen und alles bliebe offen", schrieb Palmer nun auf Facebook.

(bora/afp)