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Tönnies: Corona-Ausbruch in Sachsen-Anhalt - Rund 170 Angestellte infiziert

Erneuter Ausbruch bei Fleischkonzern : Rund 170 Corona-Infizierte bei Tönnies in Sachsen-Anhalt

Beim Schlachtbetrieb Tönnies in Weißenfels in Sachsen-Anhalt sind derzeit 172 Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert. Im Sommer war das Tönnies-Werk in NRW nach einem Corona-Ausbruch geschlossen worden.

Zuvor habe es einen großangelegten Reihentest bei den Beschäftigten des Unternehmens gegeben, erklärte Ariane Körner vom Burgenlandkreis am Mittwoch. Der Landkreis habe daher Gespräche mit der Firma aufgenommen. Das Unternehmen wolle die Betroffenen nun in einer gesonderten Quarantäneeinrichtung unterbringen. Zudem soll es Ende der Woche erneute Tests geben.

Der Landkreis hoffe, dass so das Infektionsgeschehen eingedämmt werden könne. Das Werk soll jedoch weiter geöffnet bleiben. Am Tönnies-Standort in Weißenfels arbeiten nach Unternehmensangaben rund 2200 Mitarbeiter. Der Fleischkonzern hat in Weißenfels seinen zweitgrößten Standort im Bundesgebiet.

Auch in Nordrhein-Westfalen arbeiten Menschen für das Unternehmen. Tönnies hatte sein Werk in Ostwestfalen in Nordrhein-Westfalen im Sommer wegen der Corona-Pandemie und einer Vielzahl von Infektionen bei den Arbeitern vorübergehend schließen müssen.

Nach der vorübergehenden Schließung des Betriebs in Rheda-Wiedenbrück im Sommer hatte Tönnies an seinem Hauptstandort Mitte November wieder nahezu 100 Prozent der Schlachtkapazitäten erreicht. Durch die Einrichtung einer neuen Zerlegelinie für Schinken konnte das Unternehmen pro Tag rund 8000 Schweine mehr schlachten. Die Gesamtzahl bewegt sich in Rheda-Wiedenbrück je nach Marktlage zwischen 20.000 und 25.000 Schweinen pro Tag.

Bei der Erweiterungen der Schlachtkapazitäten beim Fleischkonzern Tönnies in Rheda-Wiedenbrück hat im Vorfeld das Gesundheitsministerium von Karl-Josef Laumann (CDU) eingegriffen und zusätzliche Maßnahmen angeordnet. Wie aus einer Vorlage des Ausschusses für Arbeit und Gesundheit im NRW-Landtag hervorgeht, wollte Tönnies bei der Zulassung zusätzlicher Arbeitsplätze den Mindestabstand von 1,5 auf 1,2 Meter mit einer Plastikabtrennung zwischen den rund 10 Mitarbeitern reduzieren.

Die Behörden vor Ort hatten dem bereits zugestimmt. Das Ministerium ordnete dagegen an, dass eine Erlaubnis an eine Verdopplung der Corona-Tests gekoppelt wird. Die Mitarbeiter müssen jetzt zwei statt vier Mal in der Woche auf eine Infektion getestet werden. Außerdem wurden die Aufsichtsbehörden angewiesen, die Ausnahmegenehmigung zu befristen, wie aus dem Schreiben an den Landtag hervorgeht.

(mba/dpa)