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Tafeln: Weniger Ehrenamtliche wegen Corona

Rückgang auch bei Lebensmitteln : Weniger ehrenamtliche Tafel-Helfer wegen Coronavirus

Die Tafeln versorgen bedürftige Menschen mit Lebensmitteln. Damit dies erfolgt, ist das Anpacken von Ehrenamtlern unverzichtbar. Wegen Corona gibt es aber nun einige Personalprobleme bei den Tafeln in ganz Deutschland.

Zeit schenken, Lebensmittel einsammeln und diese an Menschen verteilen - all das machen bei den Tafeln in Deutschland meist Ehrenamtliche, oft ältere Menschen. Und gerade die blieben 2020 aufgrund der Corona-Pandemie öfter zu Hause: „Mehr als zwei Drittel unserer Freiwilligen sind im Rentenalter und gehören damit zur Corona-Risikogruppe“, sagte der Tafel-Deutschland-Vorsitzende Jochen Brühl der Deutschen Presse-Agentur. „Wir haben daher zur Zeit einen Rückgang der aktiven Ehrenamtlichen zu verzeichnen.“

Aber auch viele der Menschen, die bislang das Angebot der Tafeln genutzt hätten, blieben zu Hause. „Das sind vor allem ältere und vorerkrankte Menschen sowie unsere indirekten Kundinnen und Kunden“, sagte Brühl. Unter letzteren versteht Brühl Menschen, die sonst andere soziale Angebote wie Obdachlosenheime oder Frauenhäuser aufsuchen würden. Andererseits kämen verstärkt Menschen, die durch die Corona-Pandemie in Not geraten seien, etwa Menschen in Kurzarbeit oder Menschen, die ihren Job verloren hätten.

Einen eindeutigen Trend gebe es aber nicht: „Etwa ein Drittel der insgesamt 950 Tafeln verzeichnen bis zu 20 Prozent mehr Kundinnen und Kunden, ein weiteres Drittel hat weniger Kundinnen und Kunden, und beim letzten Drittel der Tafeln ist die Kundenzahl insgesamt etwa gleichgeblieben“, so der Vorsitzende.

Damit die Infektionsgefahr möglichst gering ist, haben viele Tafeln ihre Lebensmittelausgabe nach draußen verlegt. Diese Tafeln hätten zwar in der Tendenz mehr Kundinnen und Kunden, einige Menschen vermieden aber wohl den Tafelbesuch aus Scham und Angst, gesehen zu werden. Außerdem entfielen gerade viele Angebote, die dem Kontakt und Austausch dienten, wie gemeinsame Kochkurse, Integrations- und Kinder- und Jugendprojekte.

Bei den Lebensmittel-Beständen ergibt sich laut Brühl ebenfalls ein gespaltenes Bild: Aus den örtlichen Supermärkten komme weniger, Hersteller hätten zum Teil große Überschüsse. Diese könnten die Tafeln aber aufgrund fehlender Lager- und Transportkapazitäten gar nicht alle annehmen und verteilen.

(mja/dpa)