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Studie: Tausende Todesfälle durch AHA-Regeln verhindert

Internationale Studie : Tausende Todesfälle durch AHA-Regeln verhindert

Ein deutsch-israelische Forscherteam hat herausgefunden, dass die Abstands- und Hygieneregeln in Deutschland Tausenden Menschen das Leben gerettet haben.

Die AHA-Regeln haben in Deutschland laut einer internationalen Studie offenbar Tausende Todesfälle durch andere Atemwegserkrankungen neben Covid-19 verhindert. Die sogenannte Übersterblichkeit liege bei 40.000, „das sind viel weniger als die 90.000 offiziell gemeldeten Toten durch Covid-19“ seit Beginn der Pandemie im Frühjahr 2020, sagte der Wissenschaftler Dmitry Kobak von der Universität Tübingen am Dienstag. Wahrscheinlich seien die Sterbezahlen bei anderen Atemwegserkrankungen während der Wintermonate gesunken.

Bei 50 zusätzlichen Toten pro 100.000 Einwohnern weise Deutschland in der Pandemie zudem eine viel geringere Übersterblichkeit auf als die Nachbarländer Niederlande (110), Belgien (140), Frankreich (110), Schweiz (100), Österreich (110), Tschechien (320) und Polen (310), teilte das Forscherteam der Universität Tübingen und der Hebräischen Universität Jerusalem mit. In anderen Ländern wie etwa Australien und Neuseeland sei die Sterblichkeit während der Pandemie sogar unter das sonst übliche Level gesunken. Die Forscherinnen und Forscher vermuten hier ebenfalls, dass dies an den Abstands- und Hygieneregeln liegt.

Das deutsch-israelische Forscherteam hat nach Angaben der Universität Tübingen die aktuell größte Sammlung weltweiter Sterbedaten aufgebaut und damit die tödlichen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie in vergleichbarer Form aufbereitet, unabhängig von offiziell gemeldeten Corona-Zahlen. Dazu hat das Team wöchentliche, monatliche und vierteljährliche Sterbedaten aus 103 Ländern und Regionen gesammelt. Der World Mortality Dataset soll ausgebaut und weiterhin aktualisiert werden.

(epd/desa)