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Studie aus Harvard: Junge Erwachsene Treiber der Corona-Pandemie

Studie aus Harvard mit RKI-Daten : Junge Erwachsene sind Treiber der Corona-Pandemie

Teenager und junge Erwachsene halten sich nicht gleichermaßen an Kontaktbeschränkungen wie Kinder und ältere Erwachsene. Das ist das Ergebnis einer Studie von Wissenschaftlern der Harvard-Universität.

Junge Erwachsene und Jugendliche könnten bei der Verbreitung des Coronavirus eine wesentliche Rolle spielen. Zu dieser Einschätzung kommen die Epidemiologen Edward Goldstein und Marc Lipsitch von der Harvard University in Boston. Sie verglichen Zahlen des Robert-Koch-Instituts aus den Wochen 10 und 11 (vor Kontaktverboten) mit denen der Wochen 13 und 14 (nach Schulschließungen). Nicht, um „Schuldige“ auszumachen, sondern um Politikern Daten an die Hand zu geben, wie sich das Virus mit zielgenauen Maßnahmen in bestimmten Bevölkerungsgruppen eindämmen lässt. Die Studie wurde im Fachblatt „Eurosurveillance“ veröffentlicht.

Die Forscher untersuchten die Infiziertenzahlen von acht Altersgruppen und ermittelten deren relatives Risiko, infiziert zu werden. Über dem Durchschnitt lagen vor allem die Altersgruppen zwischen 15 und 34 Jahren, und dabei besonders die Gruppe der 20- bis 24-Jährigen, deren Zahl an bestätigten Infektionen um 40 Prozent höher lag als der der Gesamtgruppe. Laut Goldstein und Lipsitch hätten damit „Individuen im Alter von 15 bis 34 Jahren (insbesondere die 20- bis 24-Jährigen) einen wachsenden Anteil am Anstieg der Sars-CoV-2-Inzidenz im Zeitverlauf verglichen mit den 35- bis 49-Jährigen und Kindern im Alter von 10 bis 14 Jahren“.

Heißt: Teenager und junge Erwachsene halten sich nicht gleichermaßen an Kontaktbeschränkungen wie Kinder und ältere Erwachsene und könnten damit Treiber der Pandemie sein. Dies bestätigen laut den Wissenschaftlern auch Zahlen aus Südkorea, wo die meisten Erkrankungen in der Gruppe der 20- bis 29-Jährigen gefunden wurden. Allerdings betonen die Autoren, dass „weitere Arbeiten nötig sind, um die Gründe für diese relativen Anstiege zu untersuchen, einschließlich der Möglichkeit einer größeren Durchmischung aufgrund eines selteneren Befolgens der Distanzierungsmaßnahmen der 15- bis 34-Jährigen“.

Es braucht also noch deutlich mehr Datenmaterial, um Übertragungswege etwa am Arbeitsplatz und in öffentlichen Räumen aufzuzeigen oder Angaben darüber, wie viele Menschen das Virus übertragen, ohne Symptome zu zeigen.

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