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Schul- oder Kitaschließung in NRW wird vor Ort beschlossen

Mehr Corona-Tests : Schul- oder Kitaschließung in NRW wird vor Ort beschlossen

Mehr Corona-Tests fördern auch mehr positive Ergebnisse zutage. Das könnte nach den Sommerferien zur Schließung von Kitas oder Schulen in NRW führen. Eine landesweite Vorgabe macht die Regierung dazu nicht. Entschieden werden soll vor Ort.

Die freiwilligen Corona-Tests könnten nach den Ferien die Schließung ganzer Schulen oder Kitas nach sich ziehen, wenn die örtlichen Behörden die Infektionslage als ernst einstufen. Die Entscheidung liege bei den kommunalen Gesundheitsbehörden, erklärte die nordrhein-westfälische Landesregierung am Montag in Düsseldorf. Die Maßnahmen könnten „je nach Infektionsgeschehen und regionaler Gegebenheit“ beschlossen werden.

Die Landesregierung hatte bereits am Freitag angekündigt, dass sich die über 360.000 Beschäftigten in Schulen und Kitas bis zu den Herbstferien alle 14 Tage freiwillig und kostenlos auf das Coronavirus testen lassen können. Am Montag veröffentlichte die Staatskanzlei Details ihrer Teststrategie.

„Um die in Nordrhein-Westfalen vorhandenen Laborkapazitäten, die derzeit rund 240.000 mögliche Testungen pro Woche umfassen, nicht zu überfordern, sollen die Tests für die Beschäftigten der Kindertagesbetreuung und der Schulen wöchentlich abwechselnd stattfinden“, teilte die Landesregierung mit. Das Angebot richte sich nicht nur an Lehrkräfte und Erzieherinnen, sondern auch an Tageseltern, Beschäftigte im sogenannten Offenen Ganztag sowie weiteres nicht-pädagogisches Personal.

„Neben dem Recht auf Bildung ist auch die Gesundheit aller am Schulleben Beteiligten ein hohes Gut, das wir schützen“, unterstrich Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP). Für Schüler und Kitakinder gibt es bislang allerdings kein systematisches Corona-Testangebot.

Die SPD-Opposition forderte, die Test-Strategie auszuweiten. Konsequent wäre es, dem bayerischen Vorbild zu folgen und Urlaubsheimkehrern die Möglichkeit zu bieten, sich bei ihrer Rückkehr an Flughäfen freiwillig auf das Coronavirus testen zu lassen, argumentierte die Landtagsfraktion in einer Mitteilung. „Dadurch ließe sich das ferienbedingte Risiko einer möglichen zweiten Welle zumindest in Teilen bereits im Ansatz minimieren.“

Zudem dürften regelmäßige Tests nicht auf Kitas und Schulen beschränkt bleiben, betonte die SPD. Das Angebot müsse überall dort zur Verfügung gestellt werden, wo Menschen eng miteinander arbeiten oder zusammenkommen. Dies gelte insbesondere für die Alten- und Krankenpflege.

Die Landesregierung kündigte außerdem an, 35 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen, damit Weiterbildungseinrichtungen coronabedingte finanzielle Lücken besser kompensieren könnten. Die Förderung könne ab dem 22. Juli bei den Bezirksregierungen beantragt werden, teilte das Kulturministerium mit. Die jetzt beschlossene Hilfe aus dem Konjunkturpakt des Landes richte sich an rund 170 gesetzlich anerkannte Weiterbildungseinrichtungen, die - im Gegensatz zu den Volkshochschulen - nicht kommunal getragen seien.

(chal/dpa)