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Schlachtbetrieb Tönnies: Polizei Gütersloh fordert Eltern auf, Versammlungen anzumelden

Corona-Ausbruch in Rheda-Wiedenbrück : Eltern und Lehrer protestieren vor Schlachtbetrieb Tönnies

Dutzende Lehrer und Eltern mit ihren Kindern haben am Donnerstag vor dem privaten Tönnies-Anwesen, einem Werk des Schlachtbetriebs sowie einer Kirche in Rheda-Wiedenbrück protestiert.

Nach mehreren Demonstrationen von empörten Eltern in Rheda-Wiedenbrück hat die Polizei an die Teilnehmer appelliert, die Versammlungen anzumelden. Das teilte die Kreispolizei am Donnerstag mit. Der Kreis hatte nach einem Corona-Ausbruch unter der Belegschaft beim Schlachtbetrieb Tönnies Schulen und Kitas bis zu den Sommerferien geschlossen.

Landrat Sven-Georg Adenauer (CDU) hatte von einer reinen Vorsichtsmaßnahme gesprochen. Die Polizei sei bei einer ordnungsgemäßen Anmeldung verpflichtet, eine Versammlung oder Demonstration auch zu schützen, hieß es in der Mitteilung. Allerdings seien die Einschränkungen der Corona-Schutzverordnung zu beachten. Wer eine Versammlung nicht anmelde, müsse mit einer Anzeige rechnen.

Dutzende Lehrer und Eltern mit ihren Kindern haben am Donnerstag vor dem privaten Tönnies-Anwesen, einem Werk des Schlachtbetriebs sowie einer Kirche in Rheda-Wiedenbrück protestiert. Dabei hatten sie Schilder mit Aufdrucken wie „Stoppt die Ausbeute bei Tönnies“ bei sich. Protest-Teilnehmerin Melanie Beforth sagte: „Bildung ist offenbar nicht so wichtig wie ein Stück Fleisch zu essen.“ Es gehe ihr aber nicht darum, auf die Arbeiter bei Tönnies zu zeigen, die nicht die Schuld trügen. Sie wolle zeigen, dass die Familien an der Grenze ihrer Leistungskapazität seien. Nach dem Corona-Ausbruch bei Deutschlands größtem Schlachtbetrieb Tönnies waren vorsichtshalber Schulen und Kindergärten im Kreis Gütersloh geschlossen worden.

Auch Volker Brüggenjürgen von der Caritas Gütersloh war unter den Demonstrierenden. „Wir kritisieren seit Jahren die Arbeits- und Wohnbedingungen bei Tönnies“, so der Vorstandsvorsitzende. „Das System Tönnies gefährdet den sozialen Zusammenhalt.“

Von Tönnies heißt es, man habe Verständnis für den Unmut. „Ich habe mit den Leuten vor dem Werk gesprochen und mich entschuldigt“, sagte ein Pressesprecher von Tönnies. „Wir tun alles, um das Virus wieder loszuwerden, so dass die Schulen und Kitas nach den Sommerferien wieder regulär starten können.“

Hier geht es zur Bilderstrecke: Demonstration gegen Schlachtbetrieb Tönnies

(chal/dpa)