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Sankt Corona in Österreich: Ort kämpft wegen Coronavirus mit Namen

Keine Witze mehr : Sankt Corona in Österreich - ein Ort kämpft mit seinem Namen

Zu Beginn der Coronavirus-Pandemie amüsierten sich die Bewohner der kleinen Gemeinde Sankt Corona in Österreich noch darüber, sich den Namen mit dem neuartigen Virus zu teilen - inzwischen fürchtet das Dorf jedoch um sein Tourismus-Marketing.

Seit klar geworden sei, wie ernst die Pandemie ist, hätten die Witze über den Namen seines Ortes aufgehört, sagte Bürgermeister Michael Gruber am Montag der Nachrichtenagentur AFP. Er gehe davon aus, dass das Maskottchen des Dorfes - eine Ameise namens "Corona" - wohl ausgetauscht werden müsse.

Bislang wird die in traditionelle Tracht gekleidete Ameise in Broschüren eingesetzt, die das eine Autostunde von Wien entfernte Dorf als Ausflugsziel bewerben. Seit 2014 ist in dem knapp 400 Einwohner zählenden Ort am Fuße des Kampstein viel Geld in den Ausbau der touristischen Infrastruktur geflossen. Vor allem im Sommer kommen viele Besucher zum Sommerrodeln, Fahrradfahren oder Wandern in den Ort auf 844 Metern Höhe.

Doch angesichts der massiven Ausgangsbeschränkungen, welche die österreichische Regierung zur Eindämmung des Coronavirus verhängt hat, hat Sankt Corona noch vor Saisonbeginn sämtliche Aktivitäten eingestellt. Mit Blick auf die Zukunft gab sich Bürgermeister Gruber dennoch optimistisch.

Er gehe davon aus, dass die Menschen nach der Corona-Krise ihren Urlaub weniger weit weg verbringen wollten als bisher und daher lieber in der Nähe blieben, sagte Gruber. Mit langfristigen Auswirkungen der Corona-Krise auf die Beliebtheit seines Ortes rechne er nicht.

Österreich meldete bis Montag mehr als 3600 Infektionsfälle mit dem neuartigen Coronavirus. 16 Menschen starben an den Folgen ihrer Infektion.

(AFP)