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Sachsen: Härtere Maßnahmen in Corona-Hotspots nicht ausgeschlossen

Hohe Fallzahlen : Sachsen schließt noch drastischere Maßnahmen in Corona-Hotspots nicht aus

Sachsen schließt noch drastischere Maßnahmen in den Corona-Hotspots im Land nicht aus. Das Bundesland hat mit einem Wert von mehr als 400 die höchste Sieben-Tage-Inzidenz je 100.000 Einwohner in Deutschland - einige Landkreise liegen deutlich über 500.

Angesichts der Lage „müssen wir überlegen: Was können, was müssen wir noch tun, um diese furchtbare Pandemie zu stoppen?“, erklärte Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) am Donnerstag in Dresden. „'Gemeinden abriegeln' klingt extrem hart und wäre extrem hart.“

Der Arbeitskrisenstab der Landesregierung habe am Mittwoch eine Analyse der Gemeinden erstellt, die die höchste Inzidenz aufwiesen. Diese Gemeinden würden jetzt weiter untersucht. Es seien bislang „keine ausgangsbeschränkenden Maßnahmen beschlossen worden“, erklärte Kretschmer. „Eine solche Entscheidung steht auch aktuell nicht an.“ Es gehe um eine Analyse der Gründe für die aktuelle Situation und die Untersuchung, in welchem Umfang die beschlossenen Maßnahmen zu einer Reduzierung der Inzidenz in diesen Gemeinden führten.

Hintergrund sind Berichte von „Bild“ und „Freier Presse“, wonach die Landesregierung die Abriegelung einzelner Corona-Hotspots erwägt. In solchen Kommunen würde die Polizei demnach alle Zufahrtstraßen sperren, damit niemand mehr in die Städte und Gemeinden einreisen oder sie verlassen kann. Es sei bereits eine Liste der Kommunen mit den dazugehörigen Inzidenzwerten erstellt worden.

Vorbild der erwogenen Maßnahmen sei die Abriegelung der Stadt Jessen in Sachsen-Anhalt, wo im Frühjahr die Bewohner wegen eines starken Infektionsgeschehens in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt wurden. Wie die Zeitungen unter Berufung auf Regierungskreise berichteten, soll in Sachsen in von solch einer Abriegelung betroffenen Kommunen eine komplette Ausgangssperre gelten. Bewohner dürfen dann nur noch während eines vorher festgelegten Zeitfensters auf dem kürzesten Weg zum Einkaufen gehen. Dafür sei ein Zeitfenster von einer Stunde im Gespräch.

Sachsen hat mit einem Wert von mehr als 400 die höchste Sieben-Tage-Inzidenz je 100.000 Einwohner unter allen Bundesländern. Zahlreiche Landkreise liegen deutlich über 500. Seit Montag bereits gilt in dem Bundesland ein harter Lockdown.

(ahar/AFP)