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Saarland steigt als Modellregion nach Ostern aus Corona-Lockdown aus

Bundesland als Modellregion : Saarland steigt nach Ostern aus Corona-Lockdown aus

Das Saarland will nach Ostern zur Modellregion für die Bekämpfung der Corona-Pandemie werden. Maßnahmen zur Kontaktbeschränkungen sollen zurückgenommen und Testungen ausgeweitet werden. Das kündigte Ministerpräsident Tobias Hans an.

Das Saarland habe es bisher geschafft, sich von den bundesweit exponentiell steigenden Infektionszahlen abzukoppeln. Seit einem längeren Zeitraum liege die Sieben-Tages-Inzidenz bei rund 70, weswegen die Öffnungen möglich seien.

Demnach sollen ab 6. April wieder private Zusammentreffen im freien mit zehn Menschen, kontaktloser Sport drinnen und Kontaktsport außen möglich sein. Außengastronomie, Theater, Kinos und Glücksspielstätten sollen öffnen können. Das gehe nur unter den nach wie vor gültigen Hygiene-, Abstands- und Schutzregeln und mit einem tagesaktuellen Test, betonte Hans. Das Saarland habe wie ganz wenige Regionen in Deutschland „beste Voraussetzungen“ dafür, solch einen „nach wie vor sehr vorsichtigen und sehr umsichtigen Weg zu gehen“.

Das Saarland habe mehr als 350 Orte im ganzen Land, an denen sich Menschen testen lassen könnten. „Das ist eines der dichtesten Netze in ganz Deutschland“, sagte der CDU-Politiker. „Wir haben Planungen vorgenommen, wir haben uns gerüstet.“ An den Schulen und Kitas seien bereits zwei Testungen pro Woche möglich. Kostenlose Tests sollen dem Ministerpräsidenten zufolge dann auch mehr als einmal die Woche möglich sein.

Auch bei den Impfungen liege das Saarland mit zwölf Prozent bei den Erstimpfungen vorne, betonte er. Derzeit seien 4.000 Impfungen pro Tag möglich, nach Ostern kämen die Hausärzte hinzu. Die aufgrund der Situation als Grenzregion zugesicherten zusätzlichen 80.000 Impfdosen sollen laut Hans in Sonderschichten verimpft werden.

Um die Kontaktnachverfolgung zu garantieren, hat das Saarland demnach eine Ausschreibung für eine App auf den Weg gebracht. Diese solle möglichst nach Ostern laufen, ansonsten gebe es erst einmal Formulare, die zur Bestätigung eines negativen Tests genutzt werden müssten, kündigte Hans an. Des Weiteren sei die Staatskanzlei aktuell im Gespräch mit saarländischen Wissenschaftlern, um ein Monitoring zum „Saarland-Modell“ zu garantieren.

„Wir glauben, dass wir erfolgreich sind mit diesem Projekt“, sagte Hans. Wenn es nicht gut laufe, müssten Öffnungen wieder zurückgenommen werden. Wenn es gut laufe, könnte es weitere Lockerungen bei Gastronomie, Schulen und im Ehrenamt geben.

(ahar/epd)