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Restaurants, Sport, Einkaufen: Was ist ab Montag, 11. Mai, in NRW wieder erlaubt?

Lockerungen in der Corona-Krise : Was in NRW ab Montag wieder erlaubt ist

Am Montag treten weitere Lockerungen der Corona-Maßnahmen in Kraft - dann dürfen unter anderem Restaurants in Nordrhein-Westfalen wieder öffnen. Eine Übersicht der neuen Regelungen.

Ihren ersten Besuch beim Friseur konnten viele nach Monaten der Einschränkungen bereits genießen – jetzt kommen in NRW weitere Lockerungen bisheriger Corona-Schutzmaßnahmen hinzu. Ab Montag, 11. Mai, sind demnach nicht nur Spielplätze, Einzelhandels-Geschäfte und Gastronomiebetriebe wieder geöffnet. Auch der Schulalltag wird in mehreren Schritten normalisiert. Zumindest teilweise öffnen beziehungsweise den Betrieb wieder aufnehmen dürfen ab Montag:

  • alle Ladenlokale und Geschäfte
  • Ferienhäuser
  • Ferienwohnungen
  • Campingplätze
  • Gastronomiebetriebe
  • Freizeitparks
  • Ausflugsschiffe
  • Touristeninformationen
  • Fahrrad- und Bootsverleihe
  • Fitnessstudios
  • Tanzschulen
  • Sporthallen und -räume
  • Sportplätze (bei kontaktfreiem Sport unter freiem Himmel)
  • Senioren- und Pflegeheime
  • Krankenhäuser

Allen Öffnungen und Lockerungen stehen strenge Hygiene-Maßnahmen gegenüber, die Besitzer und Einrichtungen einhalten müssen. Diese Relegungen in den verschiedenen Bereichen gelten ab 11. Mai:

Grundschulen Neben Viertklässlern sollen auch Schüler der Klassen eins bis drei in einem tageweise rollierenden System in die Schulen zurückkehren.

Weiterführende Schulen Zunächst kehren die Abiturienten des Schuljahres 2020/21 an die Schulen zurück. Für die Sekundarstufen von Haupt-, Real-, Sekundar-, Primus- und Gemeinschaftsschulen gilt: Die Jahrgänge fünf bis neun dürfen in die Schule, rollieren aber tageweise. Ab dem 26. Mai, also nach dem Haupttermin der Abiturprüfungen, dürfen dann auch Schüler an Gesamtschulen und Gymnasien von der Jahrgangsstufe fünf bis hin zu Schülern der Einführungsphase in den Präsenzunterricht.

Hochschulen Bei Präsenzveranstaltungen muss ab Montag nicht mehr „auf besondere Räumlichkeiten“ ausgewichen oder auf besondere „Ausstattungen oder sonstige Rahmenbedingungen“ geachtet werden. Es gelten aber weiter Hygiene- und Schutzauflagen, der Vorlesungsbetrieb soll im Sommersemester weiterhin prinzipiell digital durchgeführt werden.

Andere Bildungseinrichtungen In Volkshochschulen und „anderen öffentlichen, behördlichen und privaten außerschulischen Bildungseinrichtungen“ sind Veranstaltungen in großen Räumen ab Montag wieder zulässig, wenn die Hygiene- und Abstandsauflagen eingehalten werden und die Teilnehmerzahl auf 100 begrenzt wird. Einrichtungen der Jugendarbeit, Jugendkulturarbeit und Jugendsozialarbeit und des Kinder- und Jugendschutzes dürfen öffnen – wenn die jeweiligen Bedingungen der Einrichtungen und der Jugendämter sowie Hygiene- und Abstandsregelungen beachtet werden. Auch sportliche Angebote sind wieder erlaubt.

Handel Jedes Ladenlokal, egal welcher Größe, darf ab Montag öffnen. Generell gilt: Ein Kunde pro zehn Quadratmeter ist erlaubt. Für andere „körpernahe Dienstleistungen“ wie Massage-, Kosmetik- und Tattoo-Studios sollen künftig Infektionsschutzkonzepte erarbeitet werden. Das werde laut Landesregierung gemeinsam mit den Vertretern der Berufsgruppen geschehen.

Tourismus Ab Montag sind auch wieder Aufenthalte in Ferienhäusern, Ferienwohnungen und auf Campingplätzen möglich – unter Wahrung der Kontaktbeschränkungen. Auch Freizeitparks, Ausflugsschiffe (mit Hygienekonzept), Touristeninformationen sowie Fahrrad- und Bootsverleihe dürfen ab Montag wieder ihre Leistungen anbieten.

An Christi Himmelfahrt werden Hotels auch für Touristen wieder geöffnet. Dafür gelten strenge Auflagen analog zur Gastronomie. Es muss ein Hygieneschutzkonzept vorliegen und die Abstandsregelungen und Kontaktbeschränkungen müssen eingehalten werden.

Gastronomie Öffnen dürfen alle Speisegaststätten, sofern die Einhaltung des Abstandsgebots gewährleistet ist und ein Infektionsschutz- und Hygiene-Konzept der Betriebe vorliegt. Für Bars, Clubs, Diskotheken und Bordelle ist noch kein Öffnungstermin genannt. Thekenbetrieb in einer Kneipe ist ebenfalls noch nicht möglich. Bei der Unterscheidung zwischen einer „Bar“ (nicht erlaubt) und etwa einem „Café“ (erlaubt) kommt es darauf an, dass es eine Sitzplatzpflicht gibt und feste Sitzplätze, die zugewiesen werden und eine Abstandsregelung ermöglichen.

Tische müssen je 1,5 Meter voneinander entfernt stehen. Außerdem müssen Gäste namentlich registriert werden, damit Infektionsketten nachverfolgt werden können. An einem Tisch sind maximal Angehörige aus zwei Haushalten erlaubt – zwei Familien, Paare oder Einzelpersonen. Einschränkungen bei den Öffnungszeiten gibt es keine. Nicht erlaubt ist es, offene Lebensmittel anzubieten, wie es beispielsweise bei Buffets üblich ist. Ein individuell serviertes Frühstück wäre (anders als ein Buffet) dagegen erlaubt.

Sport und Freizeit Kontaktfreier Sport unter freiem Himmel ist seit dem 7. Mai weider erlaubt – der Abstand von 1,5 Metern zwischen Personen muss aber gewährleistet sein. Dusch-, Wasch-, Umkleide-, Gesellschafts- und sonstige Gemeinschaftsräume dürfen nicht genutzt werden. Zudem sind Zuschauerbesuche vorerst untersagt, Kinder unter 12 Jahren ist das Betreten der Sportanlage durch jeweils eine erwachsene Begleitperson aber erlaubt. Der Reitsport ist auch in geschlossenen Reitsportanlagen und Hallen zulässig.

Ab Montag dürfen dann auch Fitnessstudios, Tanzschulen und Sporthallen und -räume beziehungsweise Kursräume von Sportvereinen wieder Menschen empfangen.

Kultur Kleinere Konzerte und Aufführungen sind ab Montag unter freiem Himmel zulässig, in geschlossenen Räumen nur unter strengen Vorgaben zu Mindestabständen oder Mund-Nase-Bedeckung. Die Musikschulen dürfen neben Einzelunterricht ab Montag auch wieder für ausgewählte Formate wie Ensembles bis sechs Personen oder Kleingruppen öffnen. Der Probenbetrieb in Kultureinrichtungen ist unter Schutzauflagen weiter zulässig, für Chöre und Orchester gelten erweiterte Abstandsregeln.

Gesundheitseinrichtungen Ab Muttertag, 10. Mai, sind Besuche in Seniorenheimen unter strengen Hygienevorgaben wieder möglich. Auch Krankenhäuser und Einrichtungen der Pflege und Eingliederungshilfe öffnen erstmals wieder für Besucher – ab dem 11. Mai und ebenfalls unter strengen Hygienevorgaben. Außerdem sollen Einrichtungen der beruflichen Rehabilitation, also beispielsweise Berufsförderungswerke sowie Einrichtungen der beruflichen Eingliederungshilfe, wieder für mehr Menschen geöffnet werden. Hier finden Sie die NRW-Verordnung zu den Hygieneregelungen zum genauen Nachlesen.

Allgemeine Verhaltensregeln Ab Montag dürfen sich Angehörige zweier Haushalte im öffentlichen Raum treffen. Zudem gelten die allgemeine Abstandsregelung von 1,5 Metern weiterhin genauso wie die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nase-Schutzes in bestimmten Bereichen.

Ausblick Laut dem Stufenplan der Landesregierung werden bereits jetzt weitere Lockerungen der Corona-Maßnahmen angestrebt, darunter:

  • die Öffnung der Kitas in NRW ab dem 28. Mai,
  • die Öffnung von Hotels ab 18. Mai sowie das Erlauben touristischer Führungen, kleiner Gruppen- und Busreisen und von Besuchen in Spaßbädern und Wellness-Orten ab 30. Mai,
  • die Öffnung von Kinos, kleinen Theatern, Opern und Konzerthäusern ab 30. Mai,
  • die Freigabe für alle Dienstleistungen, darunter auch Tattoo- und Kosmetikstudios, Spielhallen oder Wettbüros,
  • die Durchführung von Sportarten mit unvermeidbarem Körperkontakt in geschlossenen Räumen und Hallenbädern sowie die Durchführung sportlicher Wettbewerbe im Kinder- und Jugendsport sowie im Amateursport der Erwachsenen ab 30. Mai, und
  • die Öffnung von Freibädern ab dem 20. Mai,
  • Fachmessen und Fachkongresse dürfen unter strengen Auflagen ab 30. Mai wieder stattfinden.

Alle diese geplanten Regelungen stehen weiterhin unter der Voraussetzung, dass strenge Hygiene- und Abstandsvorschriften eingehalten werden. Hier finden Sie die aktualisierte Verordnung des Landes dazu.

(mkoe/dpa)