1. Panorama
  2. Coronavirus

Private Treffen: Leserfrage welche Hausstände sich wo besuchen dürfen

Leserfragen zu Corona : Dürfen zwei Personen eine einzelne Person in deren Wohnung treffen?

Wir beantworten die häufigsten Leserfragen zur Corona-Pandemie. Heute: Darf ein Hausstand, bestehend aus mehreren Personen, eine einzelne Person in deren Wohnung besuchen?

Eine Leserin hat uns gefragt: Darf ein Hausstand mit mehreren Personen eine einzelne Person in deren Wohnung treffen? Gelte dann das Grundprinzip: Zwei Haushalte, wovon einer nur eine Person umfassen darf?

Unsere Antwort: Grundsätzlich gelten die Kontaktbeschränkungen der aktuellen Corona-Schutzverordnung des Landes NRW nur im öffentlichen Raum (mit wenigen Ausnahmen, zum Beispiel der Kreis Höxter). Treffen im privaten Raum sind derzeit nicht explizit bedacht – und somit auch Zusammenkünfte in einer privaten Wohnung nicht.

Das ist allerdings kein Freifahrtsschein. Partys und vergleichbare Feiern sind generell untersagt. Teilnehmer einer solchen Veranstaltung können belangt werden, da es sich um eine Ordnungswidrigkeit handelt.

Im öffentlichen Raum gilt hingegen das von der Leserin beschriebene Prinzip „Zwei Haushalte, wovon einer nur eine Person umfassen darf“. Es ist also erlaubt als mehrköpfiger Hausstand (zum Beispiel ein Ehepaar) sich mit einer weiteren Person eines anderen Hausstandes (zum Beispiel das eigene, erwachsene Kind oder ein Nachbar) zu treffen. Dann darf auch der Mindestabstand unterschritten werden. Wo man sich trifft spielt dabei keine Rolle – ob also der zweiköpfige Hausstand in den Stadtteil der einzelnen Person fährt oder umgekehrt.

Ausnahme dieser „Ein Hausstand plus Eins“-Regel sind übrigens Kinder eines nicht genauer definierten Alters. In der aktuellen Corona-Schutzverordnung steht, dass die einzelne Person bei dem Treffen „von zu betreuenden Kindern aus ihrem Hausstand begleitet werden kann“. Früher galt diese Regel für Kinder bis 14 Jahren. Jetzt muss eine wiederum nicht genauer definierte Notwendigkeit der Betreuung vorliegen.

Um das Infektionsrisiko klein zu halten empfiehlt die Landesregierung die Anzahl der Kontaktpersonen so gering wie möglich zu halten. Auch appelliert sie, die geltenden Corona-Regeln im privaten Raum einzuhalten. Kontrollen, ob dies auch von den Bürgern umgesetzt wird, sind Stand jetzt nicht vorgesehen. Wer sich im privaten Raum trifft sollte nach Möglichkeit die gängigen Hygiene- und Abstandregeln einhalten, um das Infektionsrisiko zu minimieren. Dazu gehört auch das regelmäßige Lüften – insbesondere in kleinen Räumen.

Wichtig ist auch zu bedenken, dass die Antwort auf der aktuell geltenden Corona-Schutzverordnung basiert. Diese wurde am 7. Januar 2021 unterzeichnet und trat am 11. Januar in Kraft. Sie beinhaltet noch nicht die am 19. Januar getroffenen Beschlüsse der Bund-Länder-Schalte. Eine neue Corona-Schutzverordnung für NRW, die diese Beschlüsse umsetzt, steht noch aus.

(capf)