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Patientenschützer fordern einheitliche Tests für Corona-Tote

„Keine gemeinsame Linie“ : Patientenschützer fordern einheitliche Tests für Corona-Tote

Um die Folgen der Coronavirus-Pandemie richtig einschätzen zu können, fordert die Deutsche Stiftung Patientenschutz einheitliche Standards bei der Erfassung zumindest von Todesfällen.

„Drei Monate nach den ersten Infizierten in Deutschland haben wir noch immer keine gemeinsame Linie“, sagte Vorstand Eugen Brysch am Dienstag in Dortmund der Deutschen Presse-Agentur. Exakte Zahlen seien aber wichtig, um den Krankheitsverlauf einschätzen zu können.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Bundesländer müssten sich darauf verständigen, dass wenigstens bei den Gestorbenen eine Testung auf Sars-CoV-2 erfolge, forderte Brysch. „Das überfordert auch nicht die Behörden und die Labore.“ Es könnten derzeit mehrere Zehntausend Tests in Deutschland durchgeführt werden. „Und hier ist die Sterblichkeitsrate nicht so hoch“, sagte er. Die Zahlen seien hierzulande anders als etwa in den USA.

Er halte es für „nicht angemessen“, ohne klare Fakten als Grundlage schon über Ausstiegsszenarien zu sprechen, sagte Brysch. „Das ist Kaffeesatzleserei.“ Gerade mit Blick auf Alten- und Pflegeheime müssten die Todesfälle besonders in den Blick genommen werden.

Hintergrund ist, dass die Statistiken etwa der Behörden, aber auch der Johns Hopkins Universität aus den USA teils zeitverzögert erstellt werden und auf unterschiedlichen Quellen basieren. Zudem werden weder überall alle Toten auf eine Covid-19-Erkrankung untersucht noch werden etwa alle Infizierten ohne Symptome erfasst.

(anst/dpa)