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NRW-Hilfsorganisationen zu Corona: Noch nie solche Einsatzlage erlebt

Corona-Pandemie : NRW-Hilfsorganisationen betonen außergewöhnliche Einsatzlage

„Eine Einsatzlage wie die Coronakrise hat es bisher noch nicht gegeben“, sagte Frank Langer, Leiter des gemeinsamen Einsatzstabes der Hilfsorganisationen NRW am Dienstag in Düsseldorf.

Die Hilfsorganisationen in Nordrhein-Westfalen sind in der Corona-Pandemie im Dauereinsatz. „Eine Einsatzlage wie die Coronakrise hat es bisher noch nicht gegeben“, sagte Frank Langer, Leiter des gemeinsamen Einsatzstabes der Hilfsorganisationen NRW am Dienstag in Düsseldorf. In der Pandemie hätten die Einsatzkräfte von Rotem Kreuz (DRK), Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), Maltesern, Johannitern und der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) besonders kurzfristig auf eine herausfordernde, sich schnell verändernde Lage reagieren müssen.

Bis Mitte Juli hätten ehrenamtliche Einsatzkräfte rund 92 Millionen Atemschutzmasken, 2 Millionen Schutzkittel und -anzüge, 3,5 Millionen Schutzbrillen und -visiere, 15 Millionen Handschuhe, 1,3 Millionen Test-Kits und rund 222.000 Liter Desinfektionsmittel verteilt. Die Organisationen hätten Notbetreuungsangebote bei Kita- und Schulschließungen eingerichtet, seien bei Probeentnahmen, in Fieberambulanzen und Quarantänestationen im Einsatz gewesen.

Zudem hätten sie Einkaufs- und telefonische Besuchsdienste ins Leben gerufen und so vor allem ältere Menschen aus der sozialen Isolation geholt. Auch hätten die Einsatzkräfte Hotlines eingerichtet, um Fragen der Bevölkerung zu beantworten und seien in örtlichen Krisenstäben der Behörden aktiv.

Vor allem die Corona-Ausbruch beim Fleischkonzern Tönnies im Kreis Gütersloh habe für einen Großeinsatz gesorgt. Die überwiegend ehrenamtliche Kräfte hätten allein dort 15.000 Dienststunden geleistet, täglich seien dabei 330 Menschen im Einsatz gewesen. Gemeinsam mit Kräften der Bundeswehr hätten Ehrenamtliche mobile Einsatzteams gebildet, um die über 1000 Wohnstätten von Tönnies-Beschäftigten aufzusuchen und über 9000 Tests vor Ort durchzuführen. In den Testzentren im Kreis Gütersloh seien zudem über 24.400 Tests durchgeführt worden. Zudem hätten die Einsatzkräfte die unter Quarantäne stehenden Menschen mit Lebensmitteln und Hygieneartikeln versorgt.

Im Kreis Warendorf hätten Kräfte von Maltesern, Rotem Kreuz und DLRG neben dem Einsatz in Abstrichzentren auch den Betrieb der Corona-Hotline unterstützt und so 50.000 Anrufe in einer Woche Lockdown bearbeitet. Im Kreis Steinfurt sei ein Fieberlazarett reaktiviert worden.

(epd)