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NRW: Corona-Impfung gestartet - so laufen Impfungen in Städten und Kreisen ab

Kampf gegen die Pandemie : 95-Jährige aus Siegen bekommt erste Corona-Impfung in NRW

In NRW haben am Sonntag die Corona-Impfungen begonnen. Die erste Impfung fand am Morgen in Siegen statt. 180 Portionen des Impfstoffs stehen jedem Kreis und jeder kreisfreien Stadt zur Verfügung. Ein Überblick über den Ablauf.

In Nordrhein-Westfalen hat der Impfmarathon gegen das Coronavirus begonnen. In Siegen ist am Sonntagmorgen nach Kreis-Angaben die 95-jährige Erika Löwer im Marienheim geimpft worden. „Sie ist die erste, die bei uns geimpft wurde“, sagte ein Sprecher des Kreises Siegen-Wittgenstein.

Auch im Rhein-Erft-Kreis haben die Corona-Impfungen begonnen: Im DRK-Alten- und Pflegeheim in Bergheim wurden 68 Bewohner und rund 30 Mitarbeiter nach Angaben des Kreises am Sonntag geimpft. „Alles war perfekt organisiert“, wurde Landrat Frank Rock (CDU) in einer Mitteilung zitiert. Die Pflegeeinrichtung habe sich und seine Bewohner bestens auf den Tag vorbereitet. Neben dem Team der Kassenärztlichen Vereinigung seien zwei Apothekerinnen dabei gewesen, die den Impfstoff vor Ort aufbereitet hätten. Die Leiterin der Einrichtung, Renate Schander, sagte laute Mitteilung des Kreises: „Wir sind überglücklich, dass die Impfungen nun begonnen haben und wir hoffen schon bald wieder auf ein Stück Normalität im Alltag.“

An diesem Sonntag können sich die ersten Bewohner stationärer Pflegeeinrichtungen impfen lassen. In allen 53 Kreisen und kreisfreien Städten sollen jeweils 180 Impfdosen an Bewohner und Mitarbeiter verabreicht werden. Der Impfstoff war am Samstag aus Belgien in ein Zentrallager gebracht worden – insgesamt 9750 Dosen.

Der Impfstoff bietet nach Ansicht von Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) die Perspektive für ein Zurück in ein normales Leben. Bei der ersten Lieferung handele sich zwar noch um eine kleine Menge. Der Impfstoff werde aber gerecht in Deutschland und der Europäischen Union verteilt und in den nächsten Tagen weiter aufgestockt.

Der Impfstoff wird an diesem Sonntag direkt zu den einzelnen Einrichtungen gebracht. Geplant war, dass der Stoff bis 12 Uhr in den Heimen ist. In den einzelnen Kommunen sind es häufig zwei Einrichtungen, die die allererste Lieferung des Impfstoffes erhalten.

In den Heimen stehen mobile Teams mit Ärzten bereit, die die Impfdosen in den Einrichtungen anmischen und verabreichen. In der größten Stadt des Landes soll eine 92 Jahre alte Heimbewohnerin am Mittag als allererste Kölnerin geimpft werden. An einem Pressetermin will auch Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) teilnehmen.

Bis zum Jahresende erwartet das Land mehr als 270.000 weitere Impfdosen. Im Januar sollen wöchentlich 140.000 Dosen des Biontech-Impfstoffs ausgeliefert werden. NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hofft, dass eine Immunisierung in den Seniorenheimen bis Ende Februar/Anfang März weitestgehend abgeschlossen sein wird. Den Beginn der Corona-Impfungen bezeichnete er als „großes Weihnachtsgeschenk an die Bevölkerung“. Er empfinde große Dankbarkeit, dass die Wissenschaft in der Lage war, innerhalb von zehn Monaten einen Impfstoff zu entwickeln, sagte Laumann am Sonntagmittag vor einem Besuch eines Altenheims in Emsdetten.

Vertreter der Kassenärztlichen Vereinigungen sprachen unmittelbar vor dem Impfstart in Nordrhein-Westfalen von einem Marathon, der mitten in der zweiten Infektionswelle starte und noch Monate dauern werde. Das Abstandhalten und Masketragen sei weiter sehr wichtig, da sich der Impfschutz erst langsam aufbauen könne, appellierten sie.

(felt/mba/dpa)