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Nord- und Südholland: Das bedeutet die Reisewarnung für NRW-Urlauber

Reisewarnung Niederlande : Holland-Reisen lassen sich nur schwer stornieren

Die Reisewarnung für die Provinzen Nordholland und Südholland hat viele NRW-Bürger geschockt. Das Stornieren von Wohnungen oder Häusern wird schwer sein. Aber eine Vermietfirma macht Mut auf Besserung zu den NRW-Schulferien.

Zwei Nachrichten haben Urlauber aus NRW in diesen Tagen verunsichert.Zuerst verhängte das Auswärtige Amt eine Reisewarnung für Spanien, dann wurde am 17. September vor Reisen in die Provinzen Nord- und Südholland gewarnt. Und während Pauschalreisen nach Spanien bei Reisewarnungen fast immer storniert werden und es dann laut EU-Regeln das Geld zurück gibt, sieht die Lage bei Reisen in die Niederlande schlechter aus. Dort geht es um die Provinzen Nord- und  Südholland, und die machen weit mehr als die Hälfte der niederländischen Küsten bis hin nach Texel aus.

Weil es fast immer um Einzelbuchungen geht, sind Stornos deutlich schwieriger. „Es gelten grundsätzlich die Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Vertrages“, erklärt die von der EU finanzierte Europäische Verbraucherzentrale (EVZ). Robert Bartel, Reiserechtsexperte bei der Verbraucherzentrale Brandenburg, ergänzt: „Es gibt kein pauschales Rücktrittsrecht für Einzelreisende. Also müssen sich Urlauber den Vertrag genau anschauen. Im Zweifelsfall sollten sie versuchen, sich auf eine Umbuchung als Kompromiss zu einigen.“

Urlauber sollten ihre Verträge unter die Lupe nehmen. So hat die Ferienparkkette Centerparks wegen der Corona-Krise bei Buchungen ab dem  28. August Kunden die Möglichkeit eingeräumt, dass diese bis drei Wochen vor Ankunft kostenlos umbuchen dürfen. Es scheint aber kein pauschales Umbuchungsangebot für vor dem 28. August getätigte Buchungen zu geben.

Großzügiger ist Landal, ein anderer Betreiber von Ferienanlagen. Das Unternehmen erklärt auf der Internetseite: „Sollten Sie bereits eine Buchung für einen Ferienpark in diesen Regionen getätigt haben, so haben sie die Möglichkeit, Ihren Aufenthalt auf anderen Zeitraum oder Ferienpark umzubuchen oder einen Gutschein anzufragen.“ Bargeld wird aber nicht angeboten.

Der Häuservermittler Lekkernaarzee aus der Nähe von Alkmaar stellt fest, dies seien Vorgaben, die mit dem niederländischen Recht nichts zu tun hätten. Es gebe „im Prinzip keinen Anspruch auf eine kostenlose Stornierung oder Umbuchung.“ Ein Manager des Unternehmens ergänzt am  Telefon, man versuche, in Einzelfällen pragmatische Lösungen zu finden. Er wirbt dafür, die Nerven zu behalten: „Die Reisewarnung gilt erst einmal bis Ende September. Ich halte es für möglich, dass wir während der NRW-Schulferien ab 12. Oktober schon wieder eine bessere Lage haben.“

Das große Problem für NRW-Bürger: Die Reisewarnung ist kein Verbot ist. Es gibt nur die Vorgabe, sich nach der Reise auf Corona testen zu lassen und/oder mindestens fünf Tage in Quarantäne zu gehen. Riskant wäre, in die betroffenen Gebiete zu fahren und dann die Quarantänevorgabe zu missachten. Das kann viele Tausend Euro kosten.