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Nach 11 Millionen Impfungen: Kampagne in NRW stagniert

Neue Studie zu Nebenwirkungen bei jungen Männern : Nach 11 Millionen Impfungen: Kampagne in NRW stagniert

Die niedergelassenen Ärzte im Rheinland impfen seit einem Jahr und verabreichten 11,4 Millionen Dosen. Der erfolgreichste Tag war der 14. Dezember. Doch nun stagniert die Kampagne bundesweit. Eine neue Studie zu Nebenwirkungen bei jungen Männern beruhigt derweil.

Seit einem Jahr impfen die niedergelassenen Ärzte in NRW gegen Corona. Allein im Rheinland haben sie seitdem 11,4 Millionen Impfungen gegen das Virus verabreicht. „Das entspricht mehr als der zehnfachen Anzahl jährlicher Influenza-Impfungen in den Praxen mit durchschnittlich 1,04 Millionen Impfungen“, erklärte die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein (KV). Am größten war der Andrang der Bürger in der Vorweihnachtszeit.

Der Tag mit den meisten Impfungen war demnach der 14. Dezember 2021 mit 146.602 Immunisierungen in Nordrhein. Die Omikron-Welle war gerade mit Macht losgebrochen, die Erwachsenen waren zum Boostern aufgerufen, Kinderimpfungen waren gestartet. Zum Vergleich: Am vergangenen Mittwoch gab es 23.000 Impfungen – und das bundesweit. Durchschnittlich hat vor Weihnachten jede Praxis in Nordrhein 117 Impfungen pro Woche verabreicht. „Die Praxen sind der wahre Motor der Impfkampagne“, sagte KV-Chef Frank Bergmann. Neben dem Regelbetrieb hätten die Ärzte Überragendes geleistet.

Nun stagniert mangels Nachfrage die Impfquote in NRW bei 80,5 Prozent. Selbst bei den stark gefährdeten über 60-Jährigen sind nur 92 Prozent geimpft, nur 82 Prozent geboostert, obwohl ein zweifacher Impfschutz auf Dauer nicht reicht.

Bislang sind Impfungen ab fünf Jahren möglich. Die Hersteller arbeiten aber bereits an Vakzinen für Kleinkinder. Der US-Konzern Moderna will bis Ende April eine Notfallzulassung für Kinder im Alter von sechs Monaten bis fünf Jahren beantragen. Dies wäre der erste Impfstoff für Kleinkinder in den USA.

Eine neue Studie gibt Entwarnung bei Nebenwirkungen: Danach ist das Risiko für eine Herzmuskelentzündung (Myokarditis) nach der Corona-Impfung gering. Das höchste Risiko dafür trügen Männer zwischen 16 und 24 Jahren nach der zweiten Impfung, schreiben die Forscher im Fachblatt „Jama Cardiology“, wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet. Der klinische Verlauf sei aber in der Regel mild. Die Forscher vom Karolinska Institut in Stockholm hatten Daten von 23 Millionen Bürgern analysiert. Dabei gibt es Unterschiede: Bei Moderna gab es neun bis 28 zusätzliche Fälle pro 100.000 Geimpfte. Bei Biontech seien es vier bis sieben Fälle mehr gewesen, als ohne Impfung zu erwarten sei.

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