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Myanmar: Journalist muss ins Gefängnis wegen Corona-Falschmeldung

Zwei Jahre Haft : Journalist aus Myanmar muss ins Gefängnis wegen Corona-Falschmeldung

In Myanmar muss ein Journalist für zwei Jahre ins Gefängnis, weil er bei der Corona-Berichterstattung einen Fehler gemacht hat und fälschlicherweise über einen Corona-Toten berichtet hatte.

So habe er auf seiner Nachrichtenseite einen Facebook-Post eines Mönches zu einem angeblichen Corona-Toten abgeschrieben, ohne die Quellen zu prüfen, sagte seine Ehefrau der Deutschen Presse-Agentur. Tatsächlich aber habe es diesen Fall nicht gegeben.

Kurz nachdem der Artikel vergangene Woche online war, sei der Mann festgenommen worden, sagte seine Anwältin. Diese Woche folgte dann die Verurteilung, weil er in der Öffentlichkeit Angst erregt habe. Kritiker dieses Gesetzes sagen, dass damit immer wieder Gegner von Myanmars Militär und Regierung zum Schweigen gebracht werden.

Myanmar gehört zu einem der am wenigsten entwickelten Länder der Welt. Auf der Rangliste der weltweiten Pressefreiheit von Reportern ohne Grenzen belegt es Platz 139 von 179. Nach offiziellen Angaben hat das Land mit seinen mehr als 50 Millionen Einwohnern nur 199 bestätigte Infektionen und sechs Corona-Tote. Allerdings wird vergleichsweise wenig getestet. Der Asien-Pazifik-Chef von Reportern ohne Grenzen, Daniel Bastard, sagte: „Das (...) Urteil wollte Zaw Ye Htet klar dafür bestrafen, dass er versucht hat, Licht auf die Wahrheit hinter den nicht sehr glaubwürdigen offiziellen Zahlen zu werfen.“ Die Anwältin des Journalisten sagte, er wolle gegen das Urteil Berufung einlegen.

(anst/dpa)