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Kosten der Corona-Krise: NRW-Schulden steigen um 16,4 Milliarden Euro

Kosten der Krise : NRW-Schulden steigen um 16,4 Milliarden Euro

Das bevölkerungsreichste Bundesland hat jede Menge Schulden – insgesamt 186,6 Milliarden Euro. Im Corona-Jahr sind 16,4 Milliarden neu dazu gekommen. Was den Ländervergleich angeht, liegt NRW damit im Mittelfeld.

Die Verschuldung des Landes Nordrhein-Westfalen ist im Corona-Jahr 2020 deutlich gestiegen. In den ersten neun Monaten des Jahres hätten sich die Schulden des bevölkerungsreichsten Bundeslandes um 16,4 Milliarden Euro auf gut 186,6 Milliarden Euro erhöht, berichtete das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden unter Berufung auf vorläufige Ergebnisse. Das entspreche einem Plus von 9,7 Prozent.

Nordrhein-Westfalen lag damit, was den prozentualen Anstieg der Verschuldung angeht, im oberen Mittelfeld der Bundesländer. In Sachsen erhöhten sich die Schulden - allerdings von einem erheblich niedrigeren Niveau ausgehend - sogar um 170 Prozent, in Bayern um 26,5 Prozent. Anders sah es allerdings in absoluten Zahlen aus. Hier lag NRW mit einem Schuldenzuwachs von 16,4 Milliarden mit weitem Abstand vor allen anderen Bundesländern. Zum Vergleich: Bayerns Schulden stiegen „nur“ um 3,4 Milliarden Euro.

Vergleichsweise gering war der Anstieg der Schulden in den Kommunen Nordrhein-Westfalens. Sie stiegen in den ersten drei Quartalen um 2,2 Prozent auf 52,7 Milliarden Euro.

Die Corona-Krise ließ die Schulden von Bund, Ländern, Kommunen und Sozialversicherung bei Banken und Privatunternehmen insgesamt auf einen Höchststand steigen. Zum Ende des dritten Quartals 2020 betrug die Gesamtsumme 2195,1 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. „Der Anstieg ist im Wesentlichen in der Aufnahme finanzieller Mittel für Maßnahmen zur Bewältigung der Corona-Krise begründet“, hieß es. Seit Ende 2019 seien die Schulden damit um 15,6 Prozent gestiegen.

(th/dpa)