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Kölner Diakonie-Einrichtung erhält Morddrohungen nach Stellenausschreibung

Inobhutnahme von Kindern : Kölner Diakonie-Einrichtung erhält Morddrohungen nach Stellenausschreibung

Leser einer Stellenausschreibung glaubten, die Diakonie Michaelshoven wolle unter Quarantäne stehende Kinder ihren Eltern wegnehmen. Die Mitarbeiter der Einrichtung in Köln bekamen daraufhin Hassmails und Morddrohungen.

Die Diakonie Michaelshoven in Köln hat nach einer Stellenausschreibung Anfang August „zahlreiche Droh- und Hassmails bis hin zu Morddrohungen“ erhalten, wie die Einrichtung in einer Stellungnahme mitteilt. Die Reaktion habe die Mitarbeiter „sehr bestürzt“. Auslöser dafür war, dass in der Ausschreibung eine Mitarbeiterin für die Inobhutnahme von Kindern und Jugendlichen in Quarantäne gesucht wird. Die „Neue Westfälische“ hatte zuvor darüber berichtet.

Die Absender der Drohmails waren offensichtlich davon ausgegangen, dass es sich bei der Inobhutnahme um eine kürzlich in Baden-Württemberg und Hessen diskutierte Maßnahme handele. Dort hatte die Stadt Bruchsal einer Familie mit der zwangsweisen Unterbringung ihrer Kinder gedroht.

Dies habe jedoch nichts mit der Stellenausschreibung der Kölner Diakonie-Einrichtung zu tun, wie diese betont: „Es handelt sich hierbei um ein Angebot für Kinder, bei denen entweder eine akute Kindeswohlgefährdung vorliegt oder die bereits in einer Jugendhilfeeinrichtung leben und bei denen zusätzlich noch der Verdacht auf eine Infizierung mit dem Corona-Virus besteht.“

Diese Kinder seien vom Jugendamt vorübergehend und auf gesetzlicher Grundlage in einer solchen Gruppe untergebracht, bis geklärt sei, ob eine Infizierung vorliege. Und für eben jene Gruppe suche die Diakonie nun eine pädagogische Fachkraft.

(chal)