„Die pandemische Lage ist vorbei“ Infektiologen plädieren für Ende der Maskenpflicht in Praxen

Update | Berlin/Düsseldorf · Die Maskenpflicht wird an immer mehr Orten aufgehoben. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) lehnt ein rasches Ende der Maskenpflicht im Gesundheitswesen aber ab. Deutschlands Infektiologen und Ärztevertreter sind da anderer Meinung.

 Ein Plakat mit der Aufschrift „Bitte beachten Sie die FFP2-Maskenpflicht“ hängt am Eingang eines Krankenhauses (Archivfoto).

Ein Plakat mit der Aufschrift „Bitte beachten Sie die FFP2-Maskenpflicht“ hängt am Eingang eines Krankenhauses (Archivfoto).

Foto: dpa/Peter Kneffel

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat die bundesweite Aufhebung der Maskenpflicht in den Arztpraxen gefordert. KBV-Chef Andreas Gassen sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND), er halte es für „folgerichtig, die Maskenpflicht in Arztpraxen und anderen medizinischen Einrichtungen aufzuheben, wie das Bayern nun angekündigt hat“. Den anderen Bundesländern empfahl er, „sich diesem Schritt anschließen“.

„Die pandemische Lage ist vorbei“, sagte Gassen. So sei die Krankheitslast durch Corona und Grippe geringer geworden. Zu dem würden „nicht in allen Praxen Hochrisikopatienten behandelt“. Es sollte „generell den ärztlichen Kolleginnen und Kollegen überlassen werden, ob sie das Tragen von Masken in ihren Praxen verpflichtend machen wollen“, sagte Gassen.

Auch der Deutsche Hausärzteverband verlangte das Aus der Maskenpflicht. „Aus unserer Sicht bedarf es keiner Verpflichtung durch den Gesetzgeber zum Tragen einer Maske in Arztpraxen“, sagte die stellvertretende Bundesvorsitzende Nicola Buhlinger-Göpfarth dem RND. „Vielmehr sollen die Praxen eigenständig über ihr Hausrecht entscheiden, ob bei ihnen eine Maskenpflicht gilt oder nicht.“

Den jüngsten Forderungen (Stand: 26. Januar 2023) nach einem Ende der Corona-Maskenpflicht im Gesundheitswesen schließen sich auch Fachleute aus der Infektiologie an. Man plädiere für ein „sofortiges Ende“ der Testpflicht beim Zugang zu Krankenhäusern sowie für die Aufhebung der FFP2-Maskenpflicht in medizinischen Einrichtungen, teilte die Deutsche Gesellschaft für Infektiologie am Donnerstag mit.

Es sei nun nicht mehr nötig, diese Maßnahmen flächendeckend im Gesundheitswesen aufrechtzuerhalten. „Sars-CoV-2 ist hierzulande jetzt ein Gesundheitsrisiko unter vielen“, sagte der Präsident der Fachgesellschaft, Bernd Salzberger, laut Mitteilung.

Ausnahmen seien einzelne Versorgungsbereiche wie etwa in der Krebsmedizin oder in Transplantationszentren sowie besonders vulnerable Patientengruppen. In solchen Fällen können aus Sicht der Organisation jedoch Einzelregelungen greifen. Zudem trügen viele Menschen weiterhin freiwillig und eigenverantwortlich Masken.

(mzu/lst/AFP/dpa)
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