1. Panorama
  2. Coronavirus

Hochrisikogebiete: Bundesregierung will offenbar Flugverkehr einschränken

Einreise aus Hochrisikogebieten : Auf deutsche Flughäfen kommen offenbar Einschränkungen zu

Wegen der neuen Corona-Mutanten will die Bundesregierung Medienberichten zufolge den Flugverkehr aus Hochrisikogebieten nach Deutschland drastisch einschränken. Der Plan bezieht sich allerdings nur auf die Einreise.

Das Kabinett habe das Innenministerium mit der Vorbereitung einer entsprechenden Verfügung zur Einschränkung des Flugverkehrs beauftragt, berichtete „Bild“ am Mittwoch. Beschlossen werden soll die Maßnahme demnach bis Freitag. Die Einschränkung könnte laut für Flughäfen schon nächste Woche umgesetzt werden. Einreisesperren soll es für Flüge aus Risikoländern geben, in denen es bereits Virus-Mutationen gibt. Dazu gehören Großbritannien, Südafrika, Brasilien und Portugal. Ebenfalls treffen könnte es dem Bericht zufolge die Niederlande und Dänemark.

Auch der "Spiegel" berichtete über geplante Einreisebeschränkungen. Nach Informationen des Magazins soll das geplante Verbot allerdings nicht für deutsche Staatsbürger gelten. Eine weitgehende Stilllegung des Linienflugverkehrs sei derzeit nicht geplant.

Ausnahmen von den Regelungen sollen laut "Bild"-Zeitung eng begrenzt werden. Nicht betroffen von den Maßnahmen seien Fracht- und Transportflüge mit wichtigen Gütern. Eine Ausreisesperre in die Hochrisikoländer sei nach Prüfung im Innenministerium rechtlich derzeit nicht umsetzbar.

Als Hochrisikogebiete gelten auch die USA und Ägypten, ebenso die Balkanländer Bosnien, Kosovo, Montenegro, Nordmazedonien und Serbien. Die gesamte Liste der betroffenen Länder ist auf der Internetseite des RKI zu finden.

Die Einstufung als "Hochrisikogebiet" betrifft Länder, bei denen der so genannte Inzidenzwert bei mehr als 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen liegt. Auch Länder mit einer besonderen Ausbreitung der hochinfektiösen Virus-Mutation sind aufgeführt. Aktuell sind das Großbritannien, Irland, Brasilien und Südafrika. Für Reisende aus Großbritannien und Südafrika hatte das Gesundheitsministerium im Dezember bereits Beförderungsverbote erlassen.

Auf deutschen Flughäfen ist allerdings ohnehin nicht so viel Verkehr wie in vergangenen Jahren. Die Pandemie hat die Zahl der Passagiere dort auf den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung gedrückt. Von Januar bis Dezember 2020 wurden bundesweit 63 Millionen Fluggäste gezählt, wie aus Branchendaten für die 21 Verkehrsflughäfen hervorgeht. Das ist nur ein Viertel der Zahl von 2019.

(peng/AFP/dpa)