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Herne: Morddrohungen gegen Pfarrerin nach Gebeten für Corona-Opfer

Staatsschutz ermittelt in Herne : Morddrohungen gegen Pfarrerin nach Gebeten für Corona-Opfer

Der Staatsschutz ermittelt in mindestens zwei Fällen von Todesdrohungen gegen die Pfarrerin im Ruhrgebiet. Sie bietet seit einiger Zeit parallel zu den Corona-Protesten Friedensgebete in Gedenken an die Pandemieopfer an.

Eine Pfarrerin aus Herne, die parallel zu Demonstrationen gegen Corona-Maßnahmen samstags regelmäßig Friedensgebete organisiert, hat Todesdrohungen erhalten. Der Staatsschutz ermittle nach zwei Vorfällen gegen unbekannt, teilte ein Polizeisprecher am Donnerstag mit. Zuvor hatte die „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“ von zwei Morddrohungen berichtet.

Die Betroffene organisiert samstags vor der Kreuzkirche in Herne Friedensgebete, um der Opfer der Corona-Pandemie zu gedenken und ein Zeichen zu setzen. Zeitgleich finden seit einigen Wochen Demos von Gegnern der Impfpflicht und Proteste gegen Corona-Schutzmaßnahmen statt. Unter anderem habe sie einen Zettel mit der Aufschrift „Ihr seid tot!“ erhalten - mit einem aufgemalten qualmenden Revolver, zitierte die WAZ die Pfarrerin.

Ebenfalls auf ihrem Grundstück habe die Geistliche Zigarettenkippen und Asche gefunden sowie ein Taschentuch mit der Aufschrift „Tot!“. Sie schicke ihr Kind nicht mehr allein in die Schule, an den Friedensgebeten werde sie aber festhalten. Die Polizei äußerte sich zunächst nicht zu Hintergründen.

Die Kirchenleitung der Evangelischen Kirche von Westfalen sicherte der Pfarrerin „umfängliche Unterstützung“ zu. Schon vor den Todesdrohungen seien sie und ihre Familie von Unbekannten bedroht worden. Man begrüße die Herner Friedensgebete „für ein rücksichtsvolles, friedliches Miteinander in der schwierigen gesellschaftlichen Situation der Corona-Pandemie“. An diesem Samstag wollten Vertreter der westfälischen Kirchenleitung an dem Gebet teilnehmen.

(chal/dpa)