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Heinsberg-Studie: SPD bohrt bei Corona-Studie wegen Storymachine weiter nach

Rolle von PR-Agentur Storymachine : Opposition in NRW bohrt bei Heinsberg-Studie nach

Für die Opposition gibt es im Zusammenhang mit der Untersuchung des Bonner Virologen Hendrik Streeck immer noch zu viele offene Fragen. Konkret reibt sich die SPD an einer Aussage des Ministerpräsidenten: Armin Laschet hatte gesagt, die Landesregierung habe keine Kenntnis davon, dass die PR-Agentur Storymachine das Projekt betreue.

Die Opposition lässt bei der öffentlichkeitswirksamen Vermarktung der Corona-Studie des Bonner Virologen Hendrik Streeck für die Landesregierung nicht locker. Das belegt eine kleine Anfrage der SPD, die unserer Redaktion vorab vorliegt.

Die nunmehr vierte Anfrage zu dem Themenkomplex begründete die Parlamentarische Geschäftsführerin der SPD-Landtagsfraktion, Sarah Philipp, damit, dass es immer noch zu viele Fragen gebe, „die bisher nicht oder nur schmallippig von der Landesregierung beantwortet worden sind“. Dazu gehöre auch, welche persönlichen Kontakte es im Zusammenhang mit der Studie von Armin Laschet zu Vertretern der PR-Agentur Storymachine gegeben habe. „Das ist alles sehr nebulös“, sagte Philipp.

Konkret reibt sich die SPD daran, dass Laschet bei einer Pressekonferenz am 9. April und auch später für sich und die Regierung Kenntnis darüber verneint habe, dass die Agentur Storymachine die Kommunikation zur Studie betreue.

Das Magazin „Capital“ hatte zuvor berichtet, dass Laschets Sprecher einen Tag vor dieser Pressekonferenz Kontakt zu Agenturmitinhaber Michael Mronz gehabt hatte.

Philipp kritisiert zudem, „dass die Summe, mit der das Land die Studie finanziert hat, höher war als bisher angegeben“. Das werfe kein gutes Licht auf die Landesregierung. „Was gibt es noch, das wir nicht wissen?“, fragt die SPD-Politikerin.

Auskunft will sie auch über die Rolle Laschets bei der Sponsorenakquise für die Finanzierung der Studie erhalten. So soll es durch Storymachine auch eine Anfrage an die RAG-Stiftung zur Anwerbung von Sponsoren gegeben haben. Laschet ist Mitglied des Kuratoriums. „Inwiefern war der Ministerpräsident in diese Anfrage involviert oder wurde über sie informiert?“, heißt es in der Anfrage.

„Es geht darum, wie eine Studie, die maßgeblich als Grundlage für politische Entscheidungen im Umgang mit dem Coronavirus ins Feld geführt worden ist, politisch instrumentalisiert worden ist, wessen Interessen an welcher Stelle dabei welche Rolle gespielt haben und welches Bild davon zu welchem Zweck in der Öffentlichkeit gezeichnet werden sollte“, sagt Philipp. „Es geht schlicht und einfach um die Glaubwürdigkeit der handelnden Personen.“

Die Heinsberg-Studie steht seit Längerem im Fokus. Erst in der vergangenen Woche hatte der Deutsche PR-Rat der Agentur Storymachine eine Rüge ausgesprochen.