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Digitaler Impfpass: Apothekenverband reagiert auf Hackerangriff

Apothekenverband reagiert auf Hackerangriff : Nächste Woche gibt es wieder Impf-Zertifikate in Apotheken

Ausstellung von Impfzertifikaten in Apotheken gestoppt

Nach und nach sollen die Apotheken wieder Zugriff auf das Portal des Bundesverbandes bekommen. Der Hackerangriff auf die Website des Verbandes hat eine Schwachstelle im System offenbart.

Nach dem Hackerangriff auf den Server des Deutschen Apothekerberbandes (DAV) und dem kurzzeitigen Stopp bei der Ausstellung von Impfzertifikaten soll es nächste Woche wieder entsprechende Nachweise in Apotheken geben. Diese erhalten laut Bundesgesundheitsministerium nach und nach wieder Zugang zum DAV-Portal. Zuvor hatte der Verband erklärt, er wolle Apotheken künftig noch strenger prüfen, die über den Gastzugang auf der Website des Bundesverbandes Covid-19-Impfzertifikate für ihre Kunden herunterladen. Künftig soll aktuellen Planungen zufolge dort niemand mehr zugelassen werden, ohne dass seine Betriebsstätten und der Bescheid des Nacht- und Notdienstfonds schon im Vorfeld geprüft worden sind.

Bei dem Hackerangriff hatten sich zwei IT-Spezialisten, auf die sich das „Handelsblatt“ in seiner Berichterstattung bezogen hatte, auf dem DAV-Server mit gefälschten Dokumenten einen Gastzugang für eine vorgetäuschte Apotheke besorgt, damit gefälschte Zertifikate erzeugt und so eine Schwachstelle im Portal offengelegt. Solche Zertifikate könnte man verkaufen oder selbst nutzen – für Menschen, die sich nicht impfen lassen, aber als Geimpfte gelten wollen. In dem berichteten Fall gehe es um eine einzige Fake-Apotheke und zwei gefälschte Zertifikate, sagte eine DAV-Sprecherin.

Insgesamt gibt es in Deutschland etwa 17.800 Apotheken. Von denen seien rund 97 Prozent Mitglieder eines Landesapothekerverbands; dadurch sei eine zweifelsfreie und sichere Authentifizierung gewährleistet, so der DAV. Ursprünglich war die Portallösung nur für sie gedacht. Dann wurde aus Wettbewerbsgründen für die Nichtmitglieder der Gastzugang zugelassen, über den sich aktuell 470 weitere Apotheken Zertifikate für ihre Kunden besorgen können. Über die Apotheken wurden bisher rund 25 Millionen Zertifikate ausgestellt. Jemand, der die Bescheinigung persönlich von seiner Apotheke bekommen hat, muss sich also wohl keine Sorgen machen, dass das Zertifikat gefälscht sein könnte.

(mit dpa)